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Am Freitag (14. August) war der Tag, an dem ursprünglich ein Familientag im Lagunenbad in Willingen geplant war. Den hatte meine Schwägerin ja abgesagt, weil sie wegen Erdbeerwoche nicht ins Wasser könne.
Alternativ wurde ein Ausflug zum Ettelsberg in Willingen vorgeschlagen (ohne genaue Uhrzeit). Da hätten wir auf den Aussichtsturm und zum Skywalk gehen können. Für die Paten-Maus hätte es einen großen Spielplatz gegeben und der Kyrill-Pfad ist ja auch da oben.
Mittags hatte PAPA beschlossen, dass WIR nochmal bei dem neuen Burger Laden was holen. Denn ER musste ja unbedingt diese viel gepriesenen Chicken Wings und die "komischen Käse-Kartoffeln" (Chili Cheese Fries) probieren und ICH durfte den Lieferdienst spielen. Weil ich nicht schon wieder Bock auf Burger und Pommes hatte, habe ich mir einen Salat geordert. Der war auch super :-)
Tja, und Träume sind Schäume. Weil meine Schwägerin dann noch einen Online-Kurs von der Umschulung hatte - keine Ahnung, wo der plötzlich her kam, denn ganz ursprünglich hätten wir ja schwimmen gehen wollen - wurde es an dem Tag alles so spät, dass sich Willingen auch nicht mehr lohnte, denn die letzte Fahrt mit der Gondel vom Ettelsberg wieder hinab ist bereits um 16:30 Uhr. Und mit der Kleinen (und Kinderwagen) ist es sehr mühselig, wenn man runter laufen muss.
Also: Wieder Planänderung. Am Ende landeten wir im Kurpark in Winterberg. Dort gibt es auch einen riesigen Spielplatz. Die Kurze hatte einen Heidenspaß. Der Großen war natürlich langweilig. Außerdem war es uns Großen auch (wieder) viel zu warm zum "Toben". Und Schatten auf einem Spielplatz ist wohl auch zu viel verlangt.
Am frühen Abend sind wir dann noch über die Winterberger Kirmes gelaufen. Die Kinder wollten natürlich noch Karussell fahren, was wir dann aber leider auch wieder canceln mussten. Denn mein Bruder wurde für die Nachtschicht beim Waldbrand löschen beordert und musste zurück und meine Schwägerin wollte nicht mit Kind und Kegel in meinem Auto zurück fahren (wir waren ja mit 2 Autos unterwegs). Also fuhren wir alle wieder frühzeitig zurück. Die Kinder waren schwer enttäuscht und daher auch etwas quengelig.
Samstag wollten wir uns dann gegen 11 Uhr treffen, um DANN nochmal auf die Winterberger Kirmes zu fahren. Aber irgendwie war keinem aufgefallen, dass die ja erst um 14 Uhr öffnete. Also hab ich den Vormittag bei Papa verbracht und etwas gelesen. Denn zum wandern war es tatsächlich immer noch zu warm im Sauerland. Da ja so viel Wald verschwunden ist in den letzten Jahren, heizen sich die kargen Flächen sehr stark auf und für mich war es nicht auszuhalten in der prallen Sonne.
Das war tatsächlich mein allererster Sauerland-Urlaub, bei dem ich meine Wanderschuhe umsonst mitgenommen hatte :-/
Mittags gab es bei Papa Nudeln mit einer selbstgemachten Tomatensoße. Keine Ahnung, woher her das Rezept hatte, aber ein bisschen weniger Ketchup wäre sicher nicht verkehrt gewesen ;-) Sie war ziemlich säuerlich. Aber ansonsten echt lecker.
Am Nachmittag meldete sich meine Schwägerin schließlich und meinte, sie wollten jetzt etwas spazieren gehen und ein Eis essen. Ob ich mit wollte. Ja, natürlich. Und so spazierten wir etwas durch das Heimatkaff und sie zeigte mir, wo sie hoffen, eine neue Bleibe zu finden. Denn mein Bruder hatte die Tage die Kündigung wegen Eigenbedarfs erhalten.
Als 4-köpfige Familie innerhalb von nur 3 Monaten was neues zu finden, ist auch auf dem Land nicht einfach. Denn die meisten freien Wohnungen sind für 4 Leute zu klein. Ich hoffe, die favorisierte Wohnung bekommen sie auch. Ein zu mietendes Haus hat sich als Flop herausgestellt (zu schmal und zu renovierungsbedürftig) und die andere Wohnung war viel zu teuer mit fast 2.000 EUR warm Plus 3 Monatsmieten Kaution. Da wären sie fast 10.000 EUR los und hätten noch nicht renoviert, keine zusätzlichen Möbel besorgt, den Umzug gewuppt usw.
Beim örtlichen Eis-Dealer haben wir uns mit leckerer Kühle versorgt und danach wollten wir eigentlich "nur kurz" bei meinem Bruder gucken, der an diesem Samstag mit seinen Kumpels beim Bierathlon mitgemacht hatte. Anschließend wollten wir mit den Kiddies noch auf den großen Spielplatz.
Am Ende sind wir dann aber beim Bierathlon "versackt", weil die Schwägerin den anderen Spielplatz meiden wollte. Dort hielt sich nämlich die bekloppte Ex von Bruderherz's Kumpel auf - die sich gerade frisch getrennt hatten. Die Frau hat scheinbar den Schuss nicht gehört. K kann sie nicht ausstehen und die andere denkt, die beiden wären die besten Freundinnen.
Und so haben wir mit den Kindern beim Bierathlon ein Ballspiel gespielt, K und ich haben versucht uns M's völlig besoffenen Kumpel vom Hals zu halten, der im Beisein der Kinder Obszönitäten und Anzüglichkeiten von sich gab und am Ende beim Ballspiel statt eines Balls einen Pflasterstein schmiss - der mein Patenkind hätte treffen können, wenn sie plötzlich einen Schritt nach vorne gemacht hätte.
Und ich wusste wieder ganz genau, wieso ich mich von diesen alkohollastigen Dorfveranstaltungen immer fernhalte und die schon immer wie die Pest gehasst habe. Und natürlich hat keiner was zu dieser selten dämlichen Aktion gesagt und ich hab mich schwer getan, hier die Klappe zu halten. Aber wenn es schienbar für alle okay ist, dass in der nähe von kleinen Kindern von besoffenen Idioten Pflastersteine geschmissen werden, werde ich den Teufel tun und mich da als "unwissende Kinderlose" einzumischen. Aber mal ganz ehrlich: Geht's noch?!
Sonntag war dann Familientag Nr. 3 in Folge. Für abends war Grillen mit allen bei meinem Vater geplant. Ich war am Freitagabend noch fix einkaufen gewesen, weil ich angeboten hatte einen Salat zu machen. Und am Nachmittag hatte die Große eine Tanzveranstaltung auf dem Oberntorfest.
Ich hatte am Samstag meinem Vater gegenüber erwähnt, dass ich Sonntagvormittag noch kurz durchsaugen würde, bevor der Besuch zum Essen kommt. Und er reagierte mit einer Mischung aus Genervtheit und "ist mir egal". Aber wenn die Kinder da den halben Tag rumspringen und evtl. auf dem Boden spielen, dann hätte ich gerne vorher mal durchgesaugt.
Also saugte ich am Vormittag eine reichliche Stunde bei meinem Papa durch. Erst die Böden. Danach die Decken. Denn dort hing alles voll mit fetten Spinnwegen inkl. der Bewohner. Die Fensterbank im Wohnzimmer habe ich ebenfalls abgesaugt. Die war so staubig, dass ein Lappen oder Staubtuch hier sinnlos gewesen wäre.
Und ich weiß nicht, ob er es wirklich nicht sieht (Betriebsblindheit) oder ob es ihm schlichtweg total egal ist, wie siffig es inzwischen bei ihm aussieht. Mit ihm reden lohnt aber auch nicht, denn er hat für alles eine "sinnige" Erklärung oder eine faule Ausrede.
Und dann wollte ich ja - während mein Bruder den Grill anheizen würde - den Salat machen. Aber in der dreckigen Küche Lebensmittel für alle zubereiten ging mir total gegen den Strich. Also hab ich die Arbeitsflächen erstmal geputzt. Mit einem nassen Küchenhandtuch, denn der Mann besitzt nichmal einen Spüllappen!
Der Küchenboden war das schlimmste. Der klebte richtig! Ekelhaft. Seinen Wischmop mochte ich aber nicht anfassen, weil der voll war mit Spinnweben inkl. der achtbeinigen Bewohner. Keine Ahnung, wie lange der schon nicht mehr benutzt wurde. Ausgewichen bin ich dann auf die vorrätigen feuchten Bodentücher. Das erste war dunkelgrau und der Boden sah quasi aus wie vorher. Nr. 2 und 3 waren ebenfalls dunkelgrau, aber der Boden wurde schon sauberer. Als Nr. 4 auch dunkelgrau zum Vorschein kam habe ich ernsthaft aufgegeben. Wie kann er nur so leben?! Immerhin war der Boden deutlich sauberer und hat nicht mehr geklebt. Aber von richtig sauber waren wir auch noch weit entfernt. Ich fürchte, so "sauber" war die Wohnung meines Vaters seit Jahren nicht mehr. Und das ist peinlich und traurig.
Gegen 14 Uhr sind wir mit den Kindern auf dem Spielplatz und beim Oberntorfest gewesen. Während die Große sich mit ihren Freundinnen auf das Tanzen vorbereitete, bespaßten wir das Patenkind. Hüpfburg, Karussell, Klettergerüst und Kinderschminken.
Als die Kleine auf dem Klettergerüst war, sagte M noch zu mir: "Lauf nicht so weit vor! Die eine Stelle kann sie noch nicht oder traut sich noch nicht, die kommt gleich wieder zurück." Tja, kaum waren die Worte gesprochen, kletterte die Paten-Maus über genau diese Stelle! Mein Bruder, total perplex, fragte seine Jüngste, was denn da auf einmal los wäre, dass sie sich da plötzlich rüber traut. Da sagt L ganz trocken: "Mit Nicole kann ich das schon alles!". Tanten-Superkräfte :-D
Die Große hat dann noch richtig toll mit ihrer Gruppe getanzt und danach ging es zum Grillen zum Opa. Allen ist aufgefallen, dass keine Spinnweben mehr rumhängen und man den "Küchenboden wieder sehen kann". Während M den Grill anheizte, haben die Mädchen mir beim Salat machen "geholfen". Und wir haben alle lecker und reichlich gegessen.
Und so ging ein etwas chaotisches Familien-Wochenende mit gefühlt zwei Duzend Planänderungen auch über die Bühne und am Ende hatten wir doch alle unseren Spaß - mehr oder weniger.
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