Mittwoch, 29. März 2023

Mädelswochenende in Trier

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Vom 17. bis 19. März verbrachte ich ein super schönes Wochenende mit meinen Freundinnen in Trier an der Mosel. Nur AF fehlte. Die hatte sich leider pünktlich zum Mädelswochenende Corona eingefangen und lag flach :-(

Trier ist die älteste Stadt Deutschlands (behaupten zumindest die Trierer) und wurde vor über 2.000 Jahren als Augusta Treverorum von den Römern gegründet.

Am Freitag hatte ich einen Tag Urlaub eingereicht. Ausschlafen ging aber nicht, denn ich musste um 9 Uhr schon los, da mein ICE um 9:40 Uhr abfuhr.

Irgendwie hatte ich völlig verpeilt, dass ich zwar mit dem ICE in 90 Minuten in Mannheim bin, von dort aber nochmal gut 3 Stunden mit dem RE bis nach Trier brauchen würde. Gefrühstückt hatte ich nur ein bisschen Obst, weil ich so früh am Tag einfach sonst nichts runterbekomme. Und wegen der verpennten Fahrtdauer hatte ich mir auch für unterwegs nichts mitgenommen. Auch, dass das Abendessen erst um 20:15 Uhr stattfinden würde, hatte ich irgendwie nicht mehr so richtig auf dem Schirm.
Zugfahrt, vorbei an Saarburg
Schön blöd, wenn man also morgens gegen 7:30 Uhr frühstückt und dann aus eigener Doofheit bis 20 Uhr nichts mehr bekommt. Immerhin die Zugfahrt klappte bei mir ansonsten perfekt. Aber ich hatte Hunger! Und zwar gewaltig. Da war es echt fies, dass die Herren vor mir jeweils ein Fleischkäsweckle auspackten, mich mit deren Düften einnebelten und fast gleichzeitig ein Foto in den Gruppenchat kam, auf dem frisch gebackene Waffeln mit Eis und Sahne zu sehen waren. FOLTER!

Denn, während alle noch auf dem Weg waren, waren AA und AM bereits gegen 12 Uhr mit dem Auto in Trier eingetrudelt und ließen es sich schon gut gehen :-)

Da ich von den Zugfahrern dieses Mal tatsächlich pünktlich und die erste war, wurde ich von den beiden am Bahnhof in Empfang genommen. Wir suchten die richtige Bushaltestelle und fuhren zum Hotel.
Unser Hotel(zimmer)
Wir checkten ein, machten es uns kurz in unseren Zimmern gemütlich und trafen uns - nachdem auch KK und CI eingetroffen waren - unten in der Hotellobby.
Vom Hotel war es ein ca. 20 Minuten Spaziergang in die Stadtmitte Triers. Der Weg führte vorbei an den Kaiserthermen und durch einen Park. Ließ sich echt gut laufen. Sightseeing war komplett auf Samstag verschoben. Dazu hätte ich auch am Freitagabend keinen Nerv mehr gehabt. Ich war irgendwie fertig. Das frühe aufstehen, die lange Zugfahrt und die Fehlplanung bei der Nahrungsversorgung... so verpeilt war ich echt schon lange nicht mehr!
AM und AA hatten am Nachmittag schon einen Weinstand auf dem Hauptmarkt ausgekundschaftet und da sollte es nun hin gehen. Allerdings war dort am Abend deutlich mehr los als am frühen Nachmittag und so standen wir gefühlt eine Ewigkeit an, ohne dass es vor uns weiter ging. Scheinbar herrschte ein Mangel an sauberen Gläsern bei zu großem Andrang.
Irgendwann gaben wir auf, kehrten zum Dom zurück und ließen uns im wunderschönen Außenbereich der Weinstube Kesselstatt nieder. Dort gab es für die Mädels ein Weinchen und ich bekam eine super leckere Traubensaft-Schorle :-)
Als es dann endlich Zeit wurde für's Abendessen, liefen wir wieder los. Wir hatten einen Tisch im Masons reserviert. AM kannte das bereits aus Kaiserslautern und hatte uns das empfohlen. Weil es von diesem Restaurant auch eines in Trier gibt, wollten wir das unbedingt ausprobieren. Das Motto: Taste the World! In einem Restaurant wie diesem war ich noch NIE. Allein das Konzept war mir völlig unbekannt. Die "Spielregeln" hatte man allerdings schnell raus.
Man hat 2 Stunden Zeit (wird dann auch freundlich an den Ablauf der Zeit erinnert, länger bleiben geht nicht). Man bekommt ein Tablet auf den Tisch über das man alle 6 Minuten pro Person ein Gericht bestellen kann (da läuft ein Timer ab). Man zahlt einmalig rund 30 EUR und kann dafür in der vorgegebenen Zeit quasi All You Can Eat à la Carte bestellen. Getränke kosten extra. Die Portionen sind in Tapas-Größe gehalten, so dass man sich tatsächlich durch die Geschmäcker der ganzen Welt probieren kann. Ich fand's mega! Und da ich Hunger hatte, konnte ich echt viel probieren, bevor ich satt war :-D 
Geschmeckt hat alles richtig lecker! Es war nur ein Gericht dabei, was ich persönlich nicht ganz so gut fand. Unlecker war es deswegen aber nicht. Es hat einfach nur nicht ganz meinen Geschmack getroffen. Ein einziges von so vielen verschiedenen Sachen ist ein wirklich sehr guter Schnitt. Und auch von den anderen Damen am Tisch kamen keine Klagen :-)
So sah Trier zur Zeit der Römer aus
Gegen 23 Uhr waren wir wieder im Hotel. Da meine Kopfschmerzen durch das Essen nicht wieder verschwunden waren, der Espresso sie zwar besser machte, aber nicht verschwinden ließ, schnorrte ich von AM noch eine Schmerztablette und sank ins Bett. Mit meiner Zimmergenossin CI habe ich noch etwas gequatscht. Aber nicht lange. Wir waren beide platt.
Die erste Nacht im Hotel war super. Die Matratzen waren bequem, die Kissen klasse. Ich habe geschlafen wie ein Stein. War allerdings auch um 6:30 Uhr wieder wach, weil ich Trantüte vergessen hatte, den Wecker an meiner Fitnessuhr abzustellen. Es wäre ja Einkaufssamstag gewesen. Da CI aber auch bereits wach war, haben wir bis zum Frühstück noch quatschend im Bett gelegen und hatten einen echt witzigen und relaxten Start in den Tag :-D
Das Essen am Freitag war so spät, dass ich am Samstagmorgen zwar was gefrühstückt habe, aber nicht viel. Den anderen ging es nicht anders. Das Frühstücksbuffet war ausreichend groß. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Für jeden war was dabei. Das Personal war auf Zack, es wurde zügig nachgefüllt. Alles war frisch und sehr lecker. Was will man mehr?
Nach dem Frühstück ging es dann in die Stadt. Während AA am Freitag noch eine Stadtführung vorschlug, wollten sie und AM dann am Samstag doch lieber shoppen gehen. Hauptgrund: Klamotten für ein Bewerbungsgespräch. Wir sind alle so unterschiedlich (sowohl beruflich, als auch privat und charakterlich) und doch funktioniert die Gruppe echt super. Das finde ich echt toll - und manchmal erstaunt es mich auch. 
Aber ich persönlich kaufe nicht für über 100 EUR ein Zugticket, fahre dann 5 Stunden mit der Bahn in eine Stadt in der ich noch nie war, nur um dann durch die immer gleichen Läden zu streunen. Zum Glück ging es CI und KK genauso (obwohl die beiden Trier schon ein bisschen kannten).
Ich hätte mich auch allein in Trier umgesehen (so wie ich es schon in Speyer gemacht habe), aber in Gesellschaft ist es doch viel schöner :-) Wir drei sind zur Touristeninfo an der Porta Nigra spaziert und haben da doch glatt die letzten 3 freien Tickets für die Stadtführung 30 Minuten später um 11 Uhr ergattert. Bis dahin haben wir uns rund um die Porta Nigra etwas umgesehen, entdeckten einen tollen Innenhof mit einem wunderschönen Magnolienbaum. Und dann war es auch schon so weit: "2.000 Schritte - 2.000 Jahre".
Der schmucke Innenhof
Die Stadtführung begann an der Porta Nigra. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und das besterhaltene Römische Stadttor Deutschlands. Erbaut wurde sie ca. 170 n. Chr. und ist somit auch gute 1.800 Jahre alt.
Porta Nigra
Unsere Stadtführerin ging mit uns vorbei am Wohnhaus von Karl Marx - in dem jetzt passenderweise ein 1-EUR-Laden drin ist :-D und über den Hauptmarkt, vorbei am Dom bis zur Konstantinbasilika.
Da die Stadtführung kein "Rundweg" war (wie wir zuerst dachten), kamen wir nicht mehr zur Porta Nigra zurück, weshalb wir die Besichtigung in diesem beeindruckenden Bauwerk, nicht mehr schafften. Denn ja, man kann für kleines Geld wohl auch IN die Porta Nigra hinein gehen.
Kurfürstliches Palais
Die Führung endete am Kurfürstlichen Palais, nahe den Kaiserthermen. Das Palais lässt sich leider nur von außen besichtigen, denn dort ist irgendeine Verwaltungsbehörde untergebracht - was für eine Verschwendung!
Am Kurfürstlichen Palais
Die riesigen Ruinen der Therme konnte ich inzwischen mehrfach beim Vorbeigehen bestaunen und wollte da unbedingt hin. Die anderen beiden schlossen sich gerne an. Aber einfach reinlaufen und staunen war nicht. Die 4 EUR Eintritt pro Nase haben sich allerdings wirklich gelohnt.
Kaiserthermen
Überirdisch sind die verbliebenen Mauern der ursprünglich geplanten Badeanlage - und später doch zum einer Reiterkaserne umgemodelten Gebäude - schon beeindruckend.
Kaiserthermen
Die Anlage muss riesig gewesen sein und zählt daher zurecht zu den größten römischen Thermen nördlich der Alpen. Dabei wurde sie nie als Therme fertiggestellt.
Kaiserthermen
Aber was unterirdisch zu sehen ist...wir waren einfach nur sprachlos. Ein wahres Labyrinth aus breiten und schmalen Gängen und Kammern. Alles von den Römern mit flachen Ziegelsteinen gemauert. Der helle Wahnsinn! Von hier aus hätte die Therme samt heißem Wasser und Fußbodenheizung betrieben werden sollen...wäre sie denn mal fertig geworden.
Kaiserthermen
Von den Kaiserthermen ging es hinüber zur Mosel, wo wir uns die alte Römerbrücke angeschaut haben. Sie gilt heute als älteste Brücke Deutschlands.
Mosel
 
Mariensäule
Gebaut von den alten Römern etwa 150 n. Chr., damals einziger Moselübergang im Umkreis von mehreren hundert Kilometern, trägt die Brücke auch heute noch den Straßenverkehr der Region. Während die Römer nur die steinernen Pfeiler, aber die "Straße" aus Holz hatten, ist sie heute komplett aus Stein/Beton. Die Pfeiler sind noch immer original.
Römerbrücke und Nilgänse
An der Mosel entlang spazierten wir wieder auf Höhe des Doms. Unterwegs kamen wir an kleinen runden Gebäuden mit Kranauslegern vorbei. Historische Kräne für die Mosel-Schiffe? Heute ist die Mosel deutlich tiefer und viel zu weit weg, um irgendwas mit diesem Kran entladen zu können. Außer vielleicht einem Ochsenkarren ;-) Erst später las ich über die Bedeutung des Alten Krahnen. Toll, dass wir ihm (ohne es geplant zu haben) begegnet sind.
Alter Krahnen und Kormoran an der Mosel
Auf Höhe des Doms verließen wir die Mosel schließlich und steuerten den Domfreihof an. Kurz bevor wir diesen erreichten, trafen wir AA und AM in einem Eiscafé. Wir kamen, die beiden wollten quasi gerade gehen. Wir quatschten noch kurz, konnten aber so den schönen Tisch draußen direkt übernehmen ;-) Es gab frische Waffeln mit Eis und etwas zu trinken. 
Nach der kurzen Pause ging es für uns drei noch in den Trierer Dom. Der war ja vom Café aus in Sichtweite und das Bauwerk ist wirklich riesig und sehenswert, wie ich finde. Und ja, das sage ich auch als Atheist.
Trierer Dom
Allein die schiere Größe ist beeindruckend. Die wunderschön verzierte Orgel, der Stuck, der Marmor, dieser riesige Hochaltar mit "Guckloch" in die Kammer dahinter, dieser eine Raum mit dem vielen Gold und der andere mit den wunderschönen Holzarbeiten mit leichtem 3D-Effekt... Kirche hin oder her. Dieses Gebäude ist ein einziges Kunstwerk und die älteste Bischofskirche Deutschlands. Außerdem steht sie über den Überresten eines römischen Wohnhauses.
Trierer Dom
 
Trierer Dom
 Interessant fand ich auch, dass der Trierer Dom und die Liebfrauenkirche direkt nebeneinander stehen.
Trierer Dom und Liebfrauenkirche
Zwischen den beiden Gebäuden gibt es einen schönen grünen Innenhof mit Kreuzgang, in dem die Sonne hübsche florale Schatten warf.
Innenhof zwischen den Kirchen

Trierer Dom
 Theoretisch hätten wir von dort direkt auch in die Liebfrauenkirche gehen können, ohne den Dom direkt verlassen zu müssen. Aber die Tür war verschlossen. Also, doch wieder raus und keine 4 Meter weiter in die andere Kirche hinein.
Liebfrauenkirche
Die sieht von außen ähnlich riesig aus wie der Dom, ist aber innen nur einen Bruchteil so groß wie der Dom. Dafür hat sie die schöneren Fenster, wunderschöne Deckenmalerei und sehr spannend war das Loch im Boden, in dem man quasi eine senkrechte Zeitachse der Bebauung sehen konnte. Wahnsinn!
Inzwischen war es schon mitten am Nachmittag, fast schon später Nachmittag. Wir machten uns langsam auf den Weg ins Hotel, wo wir nochmal kurz Pause machen wollten, bevor es wieder zum Abendessen ging. 
Auf dem Weg ins Hotel kamen wir allerdings auch wieder an der Konstantinbasilika vorbei. Die hat - wegen der enormen Heizkosten - aktuell nur sehr wenig geöffnet. Vormittags war sie noch geschlossen. Auf dem Weg zurück zum Hotel war sie allerdings geöffnet. Einen Blick hinein konnten wir uns - trotz müder Füße - nicht verkneifen.
Die Konstantinbasilika war früher eine römische Palastaula. Sie wurde im 4. Jahrhundert erbaut und diente den römischen Kaisern ursprünglich, um Audienzen abzuhalten. Innen eher unspektakulär...bis man der Dame zuhörte, die dort gerade eine Führung machte. Vom Boden bis zur Decke haben wir dort eine Raumhöhe von rund 30 Metern!
Konstantinbasilika
Die vertäfelte Decke mit den Quadraten sieht von unten sehr unscheinbar und schlicht aus - bis man sich vorstellt, dass jedes einzelne Quadrat 3 x 3 Meter groß ist! Von diesem Gebäude wurde damals ein sehr großer Teil des Römischen Reiches verwaltet. Außerdem fanden dort rauschende Feste statt. Ich denke, dass man allein mit den riesigen Dimensionen dieses Bauwerks damals schon ordentlich angeben konnte ;-)
Hotel
Irgendwann schafften wir es dann doch wieder ins Hotel. Rund 90 Minuten haben wir die Füße hochgelegt, was getrunken, einen kleinen Snack gegessen. Und dann war schon wieder Zeit für's Abendessen.
Mittelalterliche Stadtmauer
Der Hunger führte uns ins Restaurant Zum Domstein. Da wir als Gruppe einen Tisch reserviert hatten, durften wir im Römerkeller Platz nehmen. Es war, als würde man mitten in einem Museum dinieren! Voll cool! 

Das Domstein bietet original römische Gerichte an, die originalgetreu aus dem ältesten gedruckten Kochbuch der Welt nachgekocht werden. Das MUSSTE ich unbedingt probieren. Es gab die Römergerichte als Menü. Da ich mir darunter aber nichts vorstellen konnte, habe ich mich mit den Römischen Tapas als Vorspeise begnügt. Die bestanden aus Mini-Portionen von 5 römischen Gerichten. Und jedes einzelne war so mega lecker, dass ich mich am Ende doch etwas ärgerte, nicht das Menü geordert zu haben. 
Römerkeller im Domstein
Als Hauptgang gab es lediglich einen Salat mit gebackenem Ziegenkäse. War auch sehr lecker. Aber eben kein "Römer-Essen".
Das erste Mal seit Ewigkeiten hätte mein Magen noch Platz für ein Dessert gehabt, obwohl es schon eine Vorspeise gab. Aber Dessert fiel wegen Zeitmangel aus. Denn: Wir hatten ja noch was vor! Außerdem war dieser etwas lärmintensive Junggesellinnen-Abschied, der ebenfalls bei uns im Keller einquartiert wurde, etwas anstrengend ;-) Von daher war es dann auch gut, dass wir direkt wieder los mussten.

Es ging nämlich noch in den Mergener Hof zum Poetry Slam. Poetry Slam kannte ich bisher nur aus dem Fernsehen aus amerikanischen Filmen und Serien. Das das hier in Deutschland auch ein großes Ding - mit Meisterschaften und allem - ist, war mir nicht bekannt. Von daher: Probieren geht über studieren. Man kann ja nicht wissen, wie es einem gefällt, wenn man es nie getestet hat. Und für knapp 8 EUR Eintritt kann man auch nichts falsch machen ;-)

Sechs Slammer gaben sich an diesem Abend die Ehre. Zwei Frauen und vier Männer. Die Namen habe ich natürlich nicht alle behalten. Die erste Dichterin las einen Text vor, der sich anhörte, wie eine irre Drogenfantasie...am Ende war sie wohl aber doch eher in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie angesiedelt. Irgendwie seltsam...nicht so wirklich meins. Mit meiner Meinung war ich wohl auch nicht alleine, denn sie schied bereits in Runde 1 aus.
Lennart erzählte eher in die Richtung Beziehungskiste, etwas aggressiv und leicht "dreckig". Witzig an manchen Stellen. Ich fand's ganz gut. Und er kam auch weiter. Ein weiterer Kerl, Tobi, hatte eher so Depri-Texte vorbereitet. Auch nicht so ganz meins, aber doch interessant. 

Die andere Frau, Sonja, hatte zuerst einen Text über den Krieg vorgetragen. Über zwei Freunde, die sich im Kampf entzweiten, da sie in gegnerische Lager gerufen wurden und dann doch wieder zueinander fanden. Im zweiten Text ging es über die Freundschaft zu ihrem besten Freund. Sie hat den Abend gewonnen - verdient :-) Während dieser Lennart am Ende ein ziemliches Gesicht zog und irgendwie schwer beleidigt wirkte. Kam eher unsympathisch rüber.

Mein persönliches Fazit: Nicht alles hat gefallen, aber das Meiste. Es war ein kurzweiliger Abend. Aber auch etwas anstrengend, da man wirklich viel Text - zum Teil mit ordentlich Tiefgang - auf die Ohren bekam. Würde ich mir einen Poetry Slam nochmal ansehen? Durchaus!

Danach ging's ins Hotel zurück. Wir fielen ins Bett und am nächsten Morgen gab es um kurz nach 8 Uhr schon wieder Frühstück. Das war schon eher meine Zeit. Auf die Rückfahrt habe ich mich frühstückstechnisch deutlich besser vorbereitet ;-)

Während AM und AA die Rückfahrt auch wieder gemeinsam im Auto antraten, fuhren KK, CI und ich mit dem Bus zum Bahnhof. Es war leicht am regnen, da wollten wir nicht unbedingt laufen. Dort angekommen hatten wir noch etwas Zeit, bevor unser Zug abfuhr. Zeit für eine Tasse Kaffee.
Wir bestiegen alle den gleichen Regional Express. KK war die erste, die wieder ausstieg. CI fuhr bis kurz vor Mannheim mit, so dass ich die meiste Zeit der Rückfahrt über in guter Gesellschaft war. Wenn man wen zum quatschen hat, vergeht die Zeit wie im Flug. Die Rückfahrt kam mir bei weitem nicht so lang vor, wie die Hinfahrt. Allerdings wünschte ich mir ein paar Mal die Coronaregeln mit FFP2 Maske und literweise Desinfektionsmittel zurück. Himmel, waren da teilweise Gestalten unterwegs :-/ Die osteuropäische Oma ohne Zähne, die roch, als hätte sie seit Wochen kein Wasser und Seife gesehen oder der Typ, der ständig im Zug auf und ab hetzte, um die Mülleimer nach Verwertbarem zu durchwühlen, dabei ständig seine halbseidene Jogginghose verlor und den Blick auf eine Unterbuchse mit braunem Fleck freigab. Igitt!
mit KK und CI im RE Richtung Mannheim
In Mannheim wechselte ich dann in den ICE. Dort hatte ich einen Platz reserviert - den ich spontan wechselte. In dem Waggon waren noch sooooo viele Plätze frei. Und ausgerechnet auf dem Platz neben "meiner Reservierung" hockte so ein komischer Typ. Muss sowas sein? Egal. Es war genug frei. Ich nahm den Platz zwei Reihen vor dem Blödmann. Beim Comfort Check-In über die Bahn App konnte ich auch direkt den neu gewählten Sitzplatz angeben. Die Zugbegleiterin kam zwar mehrfach vorbei, beachtete mich aber gar nicht. Ein hoch auf die moderne Technik - so sie denn mal problemlos funktioniert ;-) So konnte ich die letzten 90 Minuten der Heimreise allein und für mich in Stille genießen und den am Wochenende gesammelten Eindrücken und neuen Erfahrungen nachhängen :-)

Irgendwie hatte ich erwartet, dass Schatz mich am Bahnhof in Empfang nehmen würde. Tat er aber nicht. Stattdessen hatte er daheim schon fast den kompletten Haushalt alleine geschmissen - ohne, dass ich was sagen musste. Das kommt eher selten vor und daher freute ich mich umso mehr :-)

Wie üblich ging unser Wochenende viel zu schnell vorbei. Aber da wir teilweise echt lange unterwegs waren, wäre eine Verlängerung ohne einen weiteren Urlaubstag nicht drin gewesen. Und dieses Jahr hab ich - da ich noch zweimal Betriebsferien stämmen muss und die Reise im Oktober ansteht - keine Urlaubstage mehr übrig gehabt. Es war schön, die Mädels mal wieder zu sehen. Es war schade, das AF nicht dabei sein konnte. Trier ist definitiv eine Reise wert.

Samstag, 25. März 2023

Wunschgewicht: KW 12 - 2023

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Samstag war ich mit meinen Freundinnen in Trier - eine wunderschöne Stadt. Ich war zum ersten Mal dort und schwer begeistert von den vielen Überbleibseln der alten Römer, die heute noch stehen wie eine Eins :-)
Sonntag ging es nach dem Frühstück im Hotel bei leichtem Regen wieder nach Hause. Erst nach Mannheim, dann 'gen Süden. Widererwarten wurde ich am Bahnhof nicht von Schatz in Empfang genommen, dafür war (fast) der komplette Haushalt erledigt, als ich daheim eintrudelte :-D

Ich hab mich unter die Dusche geworfen - dazu hatte ich im Hotel keine Lust und blieb lieber noch liegen. Danach haben wir eine Kleinigkeit gegessen und Abends gab es Spaghetti mit Tomatensoße.
Ich hab Schatz noch ein paar der Bilder gezeigt. Er hofft, wir schaffen es irgendwann nochmal zusammen nach Trier. Was er auf den Bildern gesehen hat, gefiel ihm sehr gut.

Und ich hab die Decke abends noch fertig gehäkelt. Also, die Häkelei ist beendet. Jetzt mussten nur noch Fäden vernäht, das Ding einmal gewaschen und am Freitag in die Post gesteckt werden.

Ein Blick auf meinen "Pflanzen-Kindergarten" verriet dann, dass wir Zuwachs bekommen hatten, während ich auf den Spuren der alten Römer wandelte. Zwei Melonen und eine Paprika, haben sich zu Tomaten und Salat dazu gesellt :-D Fingerhut, Gurke und Zitrusfrüchte lassen sich immer noch nicht blicken :-/

Montag hab ich dann auch wieder Kalorien gezählt. Am Wochenende hab ich ja komplett ausgesetzt. Es war recht frisch, aber trocken und wurde später auch wieder frühlingshaft warm.

Im Büro war es humaner als erwartet. Chefe hatte die ersten Termine für morgens schon am Freitag abgesagt. So blieben mir noch die Nachmittagstermine zum absagen bzw. verschieben übrig. Denn die Herren Handwerker wurden am Freitag tatsächlich nicht auf der einen Baustelle fertig :-/

SIE war natürlich auch da, gab wieder seltsame Kommentare von sich, die ich - weil mir der Kontext irgendwie fehlte - absolut nicht verstand und einfach immer nur genickt habe, bis sie endlich mein Büro verließ :-D

Chefes Perle war auch da. Langsam taut sie auf. Witzig war (ich kann meine Ohren leider nicht abschalten), als direkt vor meiner offenen Bürotür SIE versuchte von Chefes Perle die Handynummer zu bekommen. Damit man sich bezüglich der Oster-Planung leichter kurzschließen könne.
 
Die Perle hat alle Bemühungen von IHR direkt im Keim erstickt, was bei Madame zu recht großem Unverständnis und Unmut führte - was man an ihrem giftiger werdenden Tonfall hören konnte. Ich fand's zum piepen. Weil der Junge sich ja nur beruflich mit seiner Mutter auseinandersetzen würde und sich privat sehr rar machen würde und wenn nun SIE die Nummer der Perle hätte dann... Ganz ehrlich, die Reaktion von Chefes Freundin war erstklassig. Bestimmt und doch (irgendwie) freundlich. Sehr souverän. Ich würde IHR auch nicht meine Nummer geben und will mit der Frau auch privat nichts zu schaffen haben. Als ich dort angefangen hatte, hat sie ja immer krampfhaft versucht, auch privat Kontakt zu bekommen. Ich fand's furchtbar und bin froh, dass sie das inzwischen aufgegeben hat.

Chefe hat für die Beschattung an meinem Bürofenster einen Sonnensensor installiert. Keine Ahnung, wie er das Ding programmiert hat, aber es ist Käse! Jetzt hocke ich im Dunkeln, obwohl die Sonne gar nicht wirklich scheint. Und wenn die Sonne scheint, fährt das Ding plötzlich wieder rein (keine Ahnung wieso) und ich werde am Arbeitsplatz geblendet :-/ Eine gut gemeinte Verschlimmbesserung der Ausgangssituation. Nicht jedes "Technik-Spielzeug" ist am Ende auch gut.

Nach Feierabend ging's in den Supermarkt. Wir hatten ja am Donnerstagabend in einem anderen Markt unser Gemüse für die Woche gekauft. Die Auberginen lagen jetzt kaum 3 Tage im Kühlschrank und waren beide schon total verschimmelt :-/ Zum Glück hatte ich die Zutaten für das Abendessen am Montag schon am Sonntag durchgesehen. Gemüse ist so teuer geworden! Das find ich echt große Sch... 3 EUR umsonst ausgegeben und nach kaum 3 Tagen im Biomüll entsorgt :-(

Mit den neu gekauften Auberginen habe ich dann Tarte Tatin nach Tim Mälzer zubereitet. Sehr lecker! Aber die hatten wir auch schon öfter. 
Nach dem Essen folgte das Montagstelefonat mit Papa und anschließend habe ich begonnen, bei der Decke die Fäden zu vernähen. Zum Glück gab es am Garfield nicht so unendlich viele Farbwechsel und daher auch deutlich weniger lose Fäden, als bei der ersten Decke. Dennoch wurde ich am Montag nicht fertig. Ich denke, dafür brauche ich noch ein bis zwei Abende.
Im heimischen Sauerland ist man sich indes nicht so recht einig, wie am kommenden Montag verfahren wird. Geburtstag der Großen und Beerdigung des Quasi-Opas fallen auf den gleichen Nachmittag. Zumindest glaubt man das. Bezüglich der Beerdigung gibt es nur sehr spärlich Infos, die Hinterbliebenen machen sich rar, in der Zeitung stand auch nichts und wie es scheint, hat bisher auch kaum jemand mitbekommen, dass der Quasi-Opa gestorben ist, da bei ihm immer noch ständig das Telefon klingelt und Leute sich nach seinem Befinden erkundigen. Dabei ist er nun seit gut 3-4 Wochen tot. Irgendwie creepy.

Dienstag begann sonnig und wurde dann zunehmend trüber. Gegen Mittag war der Himmel mit dichten Wolken bedeckt, aus denen es aber nicht regnete.

Im Büro blieb es ruhig. Die Kollegen waren beschäftigt. Chefe hatte ein paar Termine. Am Montag hab ich den halben Tag damit verbracht, seinen Kundentermin am Abend vorzubereiten. Am Dienstag hat er sich dafür nochmal bedankt. Sie seien auch etwas weiter gekommen bei der Planung - aber wohl noch lange nicht fertig. Das einzige was wohl wirklich 100 % feststeht, ist die Stofffarbe der einen senkrechten Beschattung...aber der ganze (wichtigere) Rest ist noch immer offen. Eine echt schwere Geburt :-D

Die riesige Chaos-Baustelle vom letzten Jahr hab ich auch (in Teilen) wieder auf dem Tisch. Der Bauunternehmer hat in dem ganzen Chaos wohl den Überblick verloren, wer was wann gemacht hat. Eine Eigentümerin nervt nun rum, weil was nicht funktioniert - was WIR angeblich eingebaut haben. Dabei haben wir in dem Zimmer überhaupt gar nichts gemacht. Das ist dann noch immer der Pfusch von der anderen Firma (den wir am ganzen Gebäude in monatelanger Arbeit versuchten zu beheben!), wurde bei der Begehung im letzten Frühjahr scheinbar nicht angegeben und somit auch von uns nicht behoben und jetzt sollen wir Schuld sein. Ich bin erstmal raus und hab den Kram an Chefe weitergegeben. Denn ich kenne die Baustelle nur vom Papier und war selbst nie vor Ort. Auf dem Papier waren wir im betroffenen Raum aber nie drin. Und diese Eigentümerin ist eh sehr schwierig. Nie da, kaum zu erreichen, total pingelig und scheinbar ändert sie ihre Meinung wie die Unterwäsche ohne sich dran zu erinnern. Denn sie monierte auch ein fehlendes Blech - was sie hätte bekommen können/sollen, aber dann doch wieder abbestellt hatte. Himmel hilf...

Als ich nach der Arbeit daheim eintrudelte, war Schatz nicht da. Der hatte einen Zahnarzttermin. Letzte Woche schonmal. Scheinbar hatte sich die entzündete Wurzel tatsächlich beruhigt und musste nicht gezogen werden. Aber zwei kleine Löcher mussten gefüllt werden. 

Zum Abendessen hab ich ein Gericht aus einer der Kochboxen nachgekocht. Veggie Limetten-Reis mit viel Gemüse und Erdnusssoße. Sehr lecker.
Und auch hier, der am Donnerstag Abend gekaufte Brokkoli war fast nicht mehr zu gebrauchen. Er hätte keinen Tag länger liegen dürfen. In diesem Markt kaufen wir kein Gemüse und Obst mehr ein. So eine miese Qualität zu so hohen Preisen...das können wir uns echt nicht leisten! Normalerweise hält sich unser Gemüse bei richtiger Lagerung (im Kühlschrank) bis zu 2 Wochen. Dieses hier gerade mal ein paar Tage.

Nach dem Essen dann wieder auf in den Kampf. Fäden vernähen! Nach zweieinhalb Stunden taten mir die Fingerspitzen weh. Aber die eine Seite ist komplett vernäht, die andere zumindest angefangen. Da ich die Decke am Freitag in die Post geben muss, damit sie pünktlich zum Geburtstag da ist, wird es mit dem vorher Waschen wohl nicht mehr klappen. Mit Verlusten ist zu rechnen ;-) Hauptsache sie kommt pünktlich an. Ich denke, dass ich mit dem Vernähen am Donnerstag fertig sein werde.

Zwischendrin dann nach langer Zeit mal wieder ein Fressanfall außerhalb der PMS. Woher der kam? Keine Ahnung. Aber ich hoffte, es blieb bei dem einen Mal. Ich hab zumindest versucht, den Heißhunger mit "gesundem" Kram zu befriedigen. Stremellachs, Käse, Nüsse...Kalorienmäßig dennoch ziemlich übel.

Mittwoch tauchte SIE nicht auf. Ich hatte am Dienstag noch - notgedrungen - bei ihr privat angerufen, weil unsere Putzfee mal wieder spontan vorbei kam und nach Geld fragte. Da ließ sich nichts verlauten, dass sie nicht käme. Naja, mir soll's ja recht sein. 

Chefe war mit den Monteuren unterwegs und so hatte ich fast den ganzen Tag das Büro für mich alleine und konnte in Ruhe vor mich hin arbeiten. Nur unterbrochen vom Telefon. Diese nervigen Telefonanrufe wo irgendwelche dubiosen Firmen Zeug verkaufen oder Daten abgleichen wollen nahmen in den letzten Tagen wieder zu. Die blöde Trulla mit ihrem Branchenbuch hat scheinbar endlich aufgegeben. Auf Nachfrage, was genau für ein Branchenbuch es denn sei, konnte sie gar nicht richtig antworten und uns die Sache schriftlich per Mail zukommen zu lassen, war anscheinend auch nicht möglich. Da weiß man gleich Bescheid ;-)

Manchmal frage ich mich, ob diese Leute diesen Job freiwillig machen oder ob sie dazu gezwungen sind, um Geld zu verdienen? Das Arbeitsamt wollte mich ja auch mal in so ein Callcenter stecken. Gut, dass ich da drum herum gekommen bin.

Nach der Arbeit ging es schnellstmöglich nach Hause. Duschen, kochen und dann weiter Fäden vernähen. Nach 3 Stunden machte ich Feierabend. Meine Fingerspitzen fingen an zu kribbeln. Aber es fehlte nur noch das eine Ohr. Das sollte am Donnerstag locker  zu schaffen sein. Dann verpacken und ab damit zur Post.
Das Abendessen ging schnell. Es gab Maccaroni mit "Krümmelchen". Dazu Apfelmus. Fertig in 15 Minuten.

Donnerstag begann nass. Dabei sollte der Regen doch erst am Freitag kommen. Und der Tag begann mit einer Sprachnachricht, die ein bisschen Fassungslosigkeit auslöste. Und Wut. Und Unverständnis. Und Kopfschütteln.

Herr L, der ja gerade eh auf sehr wackeligen Füßen steht, hat sich am Donnerstag direkt die nächste Aktion geleistet. Er schickte morgens ne Sprachnachricht: "Guten Morgen! (Verwirrte Stimme) Ich kann heute gar nicht kommen, weil bei mir hinten der Bus fährt gar nicht. Die streiken heute alle. Ich komme gar nicht bis zum Bahnhof, damit ich weiter komm'. Das heißt, ich kann erst ab morgen wieder da sein."

Erstens: Der Streik wurde seit rund einer Woche angekündigt und lief in den Medien hoch und runter. Seit 3 Tagen liefen auch Bänder an den Haltestellen durch, die darauf hinweisen. Er kann mir nicht sagen, er hat davon erst am Donnerstag früh erfahren. So hinterm Mond kann doch kein Mensch leben, oder doch? Ich sehe kaum Nachrichten und höre wenig Radio (das habe ich mir tatsächlich während der Pandemie abgewöhnt). Selbst ich wusste seit Tagen, das Donnerstag gestreikt wurde!

Zweitens: Er wohnt in einer Kleinstadt. Die ist nicht wirklich riesig. Laut Google braucht er von seiner Wohnung bis zum Bahnhof (die Züge fuhren!) 20-30 Minuten zu Fuß. Außerdem streiken nur städtische ÖPNV Betriebe. In seinem Ort fahren aber auch mehrere private Busunternehmen. Die streikten am Donnerstag NICHT! Statt 10 Minuten in die eine Richtung zum Bus zu laufen, hätte er 10 Minuten in die andere Richtung zum Bus laufen können. Der wäre gefahren - zumindest laut Internet. Gut, mit dem wäre er etwas später bei der Arbeit gewesen. Aber da er ja einen Zahnarzttermin angekündigt hatte, hätte hier vor 10 Uhr eh keiner mit ihm gerechnet. Woher ich das weiß? All diese Informationen habe ich innerhalb von 10 Minuten morgens am Handy finden können, während ich meinen Tee getrunken habe! Ich musste mich dafür nichtmal anstrengen.

Hier in Freiburg ist fast alles städtischer ÖPNV. Hier lief tatsächlich fast gar nichts und die Wege in der Großstadt sind deutlich weiter, als bei ihm auf dem Lande.

Ich bin ja auch zur Arbeit gekommen. Ich hatte mir schon vor Tagen mehrere Alternativen überlegt. Ich hätte eine Stunde laufen können. Ich hätte früher aufstehen und mit der S-Bahn fahren können (und ich laufe auch 1 km zum S-Bahn-Bahnhof!). Ich hätte mit dem (Leih-)Fahrrad fahren können. Zum Glück konnte ich auf die bequemste Möglichkeit ausweichen: Schatz fuhr früher und setzte mich am Büro ab. Früher wäre das nicht gegangen, weil er morgens ja noch geschlafen hat. Aber wie gesagt, es gibt - sogar hier - genug andere Möglichkeiten "wenn sonst nichts geht". L fährt ja auch nicht erst seit gestern ÖPNV. Daher klingt das alles für mich nur nach einer faulen Ausrede für einen freien Tag. ER kann ja nichts dafür, dass gestreikt wird. 

Chefe war not amused über diesen erneuten Klopper. Ich bin daher wirklich gespannt, ob das nun endlich Konsequenzen nach sich ziehen wird. 

Ansonsten lief der Tag eher gemächlich. Ich freute mich seit der Mittagspause auf den Feierabend. Den Heimweg wollte ich per Pedes antreten. Denn, wenn nichts geht, sind die Leihräder auch rar. Die nächste Station mit "Inhalt" wäre 30 Minuten entfernt gewesen und in der Zeit bin ich halb Heim gelaufen. S-Bahn fiel auch aus. Die hatte über den Tag satte 6 Minuten Verspätung eingefahren und das Funktioniert nicht, wenn man nur 4 Minuten zum Umsteigen hat. Mit Wartezeit auf den nächsten Anschluss wäre ich also auch mit der S-Bahn deutlich langsamer gewesen, als wenn ich direkt gelaufen wäre.

Ich teilte dies (eigentlich nur zur Info) an den Liebsten mit. Der setzte sich sofort ins Auto, um mich abzuholen. Ist er nicht süß? :-)

Zum Abendessen gab es Tomate-Mozzarella-Gnocchi nach Johann Lafer. Schnell gemacht und mega lecker. 
Danach endlich die allerletzten Fäden am Garfield vernäht. Die Decke noch schön verpackt. Ab in den Karton und Schatz würde sie am Freitag dann mit zur Post nehmen, damit sie auch am Montag zum 7. Geburtstag beim Geburtstagskind wäre :-)
Waschen müssen sie halt selbst. Find ich zwar blöd, aber ich kann's jetzt nicht ändern. Ich bin dennoch total erleichtert, dass das echt noch geklappt hat.
Knapper ging's fast nicht :-D Damit mir auch künftig abends nicht "langweilig" wird, habe ich mein 3 Jahre altes UFO wieder rausgekramt. Das wird als nächstes fertig gehäkelt. Basta! Irgendwann muss ich ja mal damit fertig werden ;-)
Freitag war's nass, aber recht warm. Die Straßenbahn fuhr wieder. Alles Paletti. Vorerst. Denn am Montag geht der Mist grad weiter. Zusammen mit der Bahn. Wobei es am Freitag noch keine verlässlichen Infos dazu gab, ob die S-Bahn nun fahren wird oder nicht. Denn die SWEG hat lediglich mit der GDL die Streiks bis 1. April unterborchen. Am Montag streiken aber die anderen Lokführer! Nichts genaues weiß man nicht. Wie soll man denn so planen?

Herr L hat scheinbar auch davon noch nichts mitbekommen. Ich war so nett, ihn darauf hinzuweisen. Wir sind nun alle gespannt, ob L am Montag kommt oder nicht.

Rechtlich hat er quasi die A.-Karte. Denn der Arbeitnehmer ist trotz Streik zum pünktlichen Erscheinen im Betrieb verpflichtet. Wie er das anstellt, ist ganz allein seine Sache - Wegerisiko! Aber ein Taxi zu nehmen oder ggf. eine längere Strecke zu laufen oder mit dem Rad zu fahren (und dafür früher aufzustehen und später heim zu kommen), sind laut Gesetzgeber in diesem Fall völlig zumutbar - außer man hat ein Attest, dass man aus gesundheitlichen Gründen gerade nicht laufen oder Rad fahren darf. Anspruch auf Erstattung der Taxikosten oder das Einrichten eines Fahrdienstes seitens des Arbeitgebers bestehen nicht. Urlaub muss VORHER eingereicht und genehmigt werden. Das wird also spannend. Irgendwie rechne ich aber nicht damit, dass L kommt. 

Denn in der Pause meinte er nur, er würde dann bei seinen Eltern übernachten und könnte von dort dann, ohne großen Fußweg in den Zug steigen. Dabei war ja gar nicht 100 % klar, ob der Zug überhaupt fahren wird. Ich hab sicherheitshalber schonmal alle Termine für Montag so umgelegt, dass wir zur Not auch ohne großes Tamtam mit nur 2 Leuten auskommen. Und der eine Bus würde auch am Montag fahren. Er müsste nur 20 Minuten zur Haltestelle laufen und in Freiburg 20 Minuten von der Haltestelle zur Firma. Wäre alles machbar...wenn der Herr nicht so furchtbar lauffaul wäre. Aber, das ist ja nicht mein Bier. Ich bin weder seine Mama noch seine Sozialbetreuerin. 

Daheim gab es nochmal Reis mit Gemüse in Erdnusssoße. Etwas anders und deutlich schneller gemacht als die Variante vom Dienstag. Und trotzdem auch sehr lecker :-D
Auf der Waage war ich auch. Leider muss ich ein Plus von 900 g verkünden. Macht aktuell 108,7 kg. Die Woche lief allerdings - was das Snacken zwischen durch angeht - alles andere als rosig. Von daher bin ich froh, dass es nicht mehr das ganze Kilo war, das mit am Mittwoch und Donnerstag noch angezeigt wurde ;-)
 
Und am Wochenende? Nichts! Es soll stürmisch und regnerisch werden. Kein gutes Wanderwetter. Aber ich hab daheim noch einiges zu erledigen, was die letzten Wochen, wegen der Häkelei liegen geblieben ist. Von daher wird mir schon nicht langweilig ;-)





Die KW 12 in kurz:
Samstag: keine Kalorien notiert, da in Trier / 22.016 Schritte
Sonntag: keine Kalorien notiert, da in Trier / 5.157 Schritte
Montag: 2.532/1.800 kcal, 5.571 Schritte
Dienstag: 3.324/1.800 kcal, 5.740 Schritte
Mittwoch: 2.272/1.800 kcal, 4.851 Schritte
Donnerstag: 2.328/1.800 kcal, 4.591 Schritte
Freitag: 2.639/1.800 kcal, 5.542 Schritte

Zunahme: +900 g