Samstag, 31. August 2019

Wunschgewicht: KW 35 - 2019

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Samstag waren wir erst gegen 20:30 Uhr aus dem Sauerland zurück in Freiburg. Aber was heißt erst? Wir sind ja auch erst gegen 16 Uhr dort los und so schnell (4,5 Stunden inkl. Pause) haben wir es erst ein einziges Mal geschafft: 2009 als wir, das erste und einzige Mal, an Heiligabend mit dem Auto hoch gefahren sind. Da waren die Autobahnen ähnlich ausgestorben wie am Samstagnachmittag :-D Dafür dauerte damals die Rückfahrt 10 Stunden, weshalb wir im Winter nur noch den Zug nehmen.
Erste Amtshandlung daheim war es, die Fenster alle aufzureißen. Denn in der Wohnung war die Luft zum schneiden. Danach haben wir gleich Pizza bestellt, denn seit dem Köhlerschinken im Brötchen am Mittag auf dem Fest hatten wir nichts mehr gegessen und entsprechend Hunger.
Noch 9 km bis nach Hause
Während wir auf den Pizza-Mann warteten, haben wir schon die Koffer ausgepackt und die erste Maschine Wäsche angestellt. Von der Pizza gibt's kein Foto. Die war aufgefuttert, bevor mir das Knipsen in den Sinn kam :-D Und nen leeren Pizzakarton hochladen, fand ich jetzt auch blöd ;-)
Mitbringsel aus dem Sauerland
Gegen Mitternacht, als wir satt waren und die Wäsche auf dem Ständer hing, sind wir ins Bett gefallen.
aber nur, wenn ich alleine im Auto bin ;-)

Sonntag haben wir ausgeschlafen. Direkt nach dem Aufstehen habe ich eine zweite Maschine Wäsche angestellt und gegen Mittag die dritte und letzte. Alles habe ich mit Ach und Krach auf die beiden Ständer bekommen und auf dem Balkon schön vor sich hin trocknen lassen. Für irgendwas muss die neuerliche Hitze ja gut sein ;-)
Waschsalon :-D
Zum Frühstück gab es Zwiebel-Steinofenbrot mit Bauernkäse (beides auf dem Jubiläumsmarkt gekauft). Himmlisch, so ein Bauernfrühstück aus heimischen Köstlichkeiten :-)
Mittags haben wir uns eine TK Sauerbratenpfanne warm gemacht. Die nächsten 14 Tage wird es nochmal viel TK und Convenience geben, da ich direkt nach dem Urlaub absolut keinen Bock auf einen Wocheneinkauf hatte und daher für die kommenden zwei Wochen "Haltbares" eingelagert habe. Zum Dessert gab es die zweite Hälfte der auf dem Stadtjubiläum gekauften Waffeltüte. Die erste Hälfte hat den Samstagabend nicht überlebt ;-)
Schatz fuhr noch unser Auto in die Garage, denn unseren Stellplatz vor dem Haus können wir ab Montag für gut 2 Monate nicht mehr benutzen. Er wird zur Behelfseinfahrt während der Bauarbeiten in unserer Straße. Wie wir das dann mit den Einkäufen machen, müssen wir noch austüfteln. Denn diese von der doch recht abgelegenen Garage in die Wohnung schleppen ist viel zu mühsam. Immerhin wollen sie im Zuge der Rohrarbeiten auch die ganze Straßenoberfläche neu machen - und die hat es dringend nötig :-)

Den Nachmittag über haben wir noch Plätzchen vernichtet und abends gab es das restliche Zwiebel-Steinofenbrot mit sauerländer Bauernkäse und hausmacher Leberwurst. Es schmeckte so lecker!
Der Balkongarten wurde gut versorgt und Totgeglaubtes grünt wieder :-D
Die Ananas Bomben (Lebkuchen mit Ananasfüllung) haben den Tag irgendwie auch nicht überlebt. Aber immerhin verstehen wir jetzt, wieso mein Opa die so toll findet :-D

Chefe meldete sich am Abend noch via WhatsApp, dass er seinen Urlaub verlängern würde. Wie lange, hat er aber nicht gesagt. Ich gehe mal von der ganzen Woche aus. Das hatte er ja vor den Betriebsferien schon in den Raum gestellt.

Montag war dann wirklich Schluss mit lustig. Der Wecker klingelte wieder um 6:15 Uhr. Das frühe aufstehen schmeckte mir gar nicht. Ich weiß, es gibt Leute die noch früher raus müssen, weil sie Schicht arbeiten oder pendeln müssen. Aber alles vor 8 Uhr ist einfach nicht meine Zeit ;-)
Die Dinger zieh ich erst gar nicht an :-D
Im Büro war die Hölle los. Immerhin musste ich nicht stundenlang den AB abhören. Denn es hatte sich schon gelohnt, vor den Betriebsferien herauszufinden, wie man die Ansage gescheit aufspricht :-) So konnten die Leute alle gleich hören, dass wir eh nicht da sind. Nur eine Kundin hat eine Nachricht hinterlassen - die restlichen knapp 30 haben nur zu spät aufgelegt, so dass der AB eine "Ansage" aufzeichnete die nur aus dem Geräusch eines aufgelegten Hörers bestand :-D

Trotz allem stand das Telefon bis etwa 11 Uhr gar nicht still und ich kam gar nicht dazu, Rechnungen zu schreiben. Danach blockierte die Kollegin noch bis nach meiner Mittagspause meinen Arbeitsplatz und als sie ging, konnte ich endlich weiter machen.

Dann habe ich noch kurz vor der Mittagspause erfahren, dass der neue Kollege schon wieder aufhört. Und zwar schon ab kommenden Montag! Anscheinend ist er krank und auf Beruhigungsmitteln und müsse sich um sein Kind kümmern. Sonst hat er immer was vom Kindergartenplatz erzählt, wieso es den jetzt nicht mehr gibt und wie er sich um das Kind kümmern will, wenn er selbst auf Beruhigungsmitteln ist....lassen wir das. Er meinte noch, Herr G würde ihn fertig machen. Aber immer wenn man die zwei zusammen gesehen hat, haben die sich ganz nett miteinander unterhalten. So schlimm kann es also nicht sein und ich kenne Herrn G ja nun auch schon seit Jahren und das weder als "Menschenschinder" noch als "Kollegenschwein". Wer weiß also, was der Neue wirklich hat. Jedenfalls war das eine "tolle" Nachricht, am ersten Tag nach dem Urlaub :-/

Freitag hat sich jemand anderes zum Vorstellungsgespräch angekündigt. Ich bin gespannt, ob es mal endlich mit einem weiteren Mitarbeiter klappt. Wir suchen ja schon seit Jahren nach einem Monteur.

In der Pause war ich am See. Aber die Runde hab ich nicht gedreht. Irgendwie hab ich die Zeit verpeilt (Buch zu spannend). Dafür bin ich von einem Eichhörnchen mit Grünzeug beworfen worden. Das hockte über mir im Baum und suchte die dort hängenden Samen. Und immer wenn Blätter im Weg waren, wurden die abgezupft und zu mir runter geworfen.
So stressig der Vormittag auch war, so ruhig war der Nachmittag. Ich hab so ziemlich alles geschafft, wofür mir am Vormittag die Zeit fehlte. Und als es endlich Feierabend läutete, hab ich mich schleunigst auf den Heimweg gemacht.

Unterwegs hab ich noch Brot gekauft und zum Abendessen gab es den nächsten TK-Beutel: Asia-Teigtaschen-Pfanne.
Schatz kam guter Dinge von der Arbeit. Sein erster Tag war nicht so stressig. Der Glückliche :-) Ich war am Abend wieder so müde, dass es mir ab 21 Uhr schon schwer fiel, überhaupt die Augen aufzuhalten.

Um 22 Uhr sind wir beide ins Bett gefallen.

Dienstag begann damit, dass ich fast angefahren worden wäre. Als ich auf dem Weg zur Haltestelle war, hörte ich nur noch einen Motor aufheulen. Dann schoss ein dunkler, sehr neu aussehender Wagen (Audi? BMW?) um die Ecke und fuhr bei Rot über die Ampel. Der Typ am Steuer hatte sein Smartphone in der Hand. Junger Kerl mit dunklen Haaren und akkurat gestutzem Vollbart. IDIOT! Es war echt knapp. Gut dass sein scheinbar getunter Motor so laut war, sonst hätte ich ihn wohl nicht rechtzeitig gehört und es einen Schritt zurück geschafft. Leider war er so schnell da und wieder weg, dass ich keine Chance hatte, mir das Kennzeichen zu merken :-/
Bei der Hitze begegne ich auch leider oft den anderen :-/
Natürlich war ich allein auf weiter Flur - keine Zeugen. Den Schreck musste ich erstmal verdauen. Aber in der Straße, aus der er kam, wohnen wohl einige dieser Spacken. Jedenfalls röhren da oftmals diese nervig lauten Motoren auf.

Im Büro ließ es sich am Dienstag sehr angenehm arbeiten. Keine besonderen Vorkommnisse, kein extremer Stress und nur ein Blödmann am Telefon. Er wäre Schweizer, jetzt noch 3 Stunden in seinem Haus in Deutschland, ob nicht jetzt gleich noch einer für ein Aufmaß vorbeikommen könnte, bevor er wieder zurück fährt? Äh, nein?! Ist ja keiner da. Alle anderweitig an Termine gebunden. Ja, das wäre schon blöd. Er hätte aber keine Lust extra deshalb nochmal aus der Schweiz zu kommen, ob ich ihm einen Konkurrenten empfehlen könnte? Geht's noch?!

In der Mittagspause war ich wieder am See. Für die Runde drum herum war es mir allerdings zu warm. Das feiste Eichhörnchen habe ich auch nicht gesehen. Schade. Dafür habe ich mich köstlich über einen Hund amüsiert, der tatsächlich beim Kacken lustige Geräusche (wie eine Mischung aus Stöhnen und Grunzen) von sich gegeben hat. Sowas hab ich noch nie gehört :-D

Nach der Arbeit ab nach Hause. Die Männer von der Baustelle vorm Haus hatten schon den hohen Zaun am Parkplatz abmontiert und das Beet überteert. Was wohl aus den schönen grünen Büschen geworden ist, die da drin standen? Die eigentliche Einfahrt zum Parkplatz dient nun als Sammelstelle für alle Müllcontainer. Ich hoffe, dass die wirklich in 2 Monaten spätestens fertig sind und den ganzen provisorischen Asphalt (oder was auch immer das ist) wieder von unserem Stellplatz bekommen - und die schönen Büsche wieder eingepflanzt werden.
Zum Abendessen gab es Bratkartoffeln mit Wildbratwurst (die hatten wir aus dem Sauerland mitgebracht) und Rote Bete. Dazu den selbstgemachten Senf, den mir die liebe Heidi geschenkt hat :-) Der passte super zur Wildbratwurst und schmeckt richtig lecker. DANKE!

Dann hab ich am Dienstagabend meine (vorerst) letzte Pille eingeworfen und bin gespannt, was nun passiert. Ich hoffe natürlich auf Besserung sowohl an Körper als auch an Geist.

Mittwoch bin ich auf dem Weg zum Büro tatsächlich mit Regenschirm unterwegs gewesen. Gegen 8 Uhr hörte es allerdings schon wieder auf - und wurde sehr schwül.
Ich bin kein großer Kaugummifreund
Auf dem Weg zur Haltestelle bin ich an der Ampel wieder dem Arsch von Dienstag begegnet, der mich fast überfahren hätte. Heute stand der Blödmann gesittet vor der roten Ampel - spielte aber trotzdem wieder am Smartphone. Ein Mercedes ist es. Kennzeichen weiß ich jetzt auch ;-) Als er merkte, dass ich ihn anstarrte und den Kopf schüttelte, grinste er nur blöd, dann bekam er grün und rauschte davon. Dem wünsche ich echt, dass die Polizei ihn mal erwischt. Unverantwortlicher Drecksack!
Bürohund Freddy muss Trichter tragen und is not amused ;-)
Im Büro war dann auch helle Aufregung. Der neue Kollege hat seine Kündigung zurückgezogen! Die Probleme daheim mit Kinderhüten und Co. hätten sich inzwischen von selbst erledigt. Seine Frau hätte ihren Job geschmissen, sich von ihm getrennt und kümmert sich jetzt alleine um das Kind, das nach den Ferien in die Schule kommt. Aha. Er will weiter hier arbeiten. SIE ist ja bei uns für's Personal zuständig und ging mir deswegen den halben Tag auf den Keks. Als wenn ich was dafür könnte, dass der Mann nicht weiß, was er jetzt will.

Außerdem verlangte sie, dass ich für Chefe alle Rechnungssummen addiere, von den Rechnungen, die ich diese Woche rausgeschickt habe und ihm ne Liste mache mit allen Dingen, die auch ohne ihn hier positiv geklappt haben - als wenn ich für so einen Firlefanz Zeit hätte und als ob ihn das interessieren würde. Solange ich mich nicht mit Problemen via WhatsApp melde, weiß er ja, dass hier alles läuft ;-) So halten wir das ja schon seit Jahren.

Nach Hause ging es wieder mit der Bahn und zum Abendessen gab es einen weiteren TK-Beutel: Finkenwerda Fisch-Pfanne. Geschmeckt hat sie gut, hätte aber eher Kartoffel-Pfanne mit wenig Fisch heißen sollen ;-)
Nach der Arbeit war ich so platt und müde, dass es mir ab ca. 20:30 Uhr wieder schwer fiel, die Augen aufzuhalten. Da ich scheinbar Müdigkeit auch versuche mit Essen zu kompensieren - was totaler Quatsch ist, wenn man darüber nachdenkt - bin ich zwischendurch tierisch in die Schokofalle getappt.

Vorm Schlafengehen war es ein komisches Gefühl, die Pille nicht zu nehmen. Da werde ich mich wohl auch noch dran gewöhnen müssen. Selbst im Bett liegend hatte ich noch das Gefühl, ich hätte was vergessen.

Donnerstag war ich morgens auch müde. Aber immerhin hatte sich der am Vorabend angekündigte Dauerregen über Nacht mal wieder verzogen und es wurde ein schöner Tag :-)
Bekomme ich kaum
Aber schon irre, wie dunkel es jetzt morgens wieder ist. Vor dem Urlaub konnte ich noch bei Tageslicht frühstücken und jetzt brauche ich morgens wieder Licht in der Küche.

Vor dem Haus ist mittlerweile ein ziemlich großes und tiefes Loch. Ich hoffe, die Bauarbeiter kommen weiter gut voran und werden pünktlich fertig, so dass wir unseren Stellplatz wieder bekommen.

Vor dem Bürofenster war es dafür ungewohnt "leer". Denn am Nebengebäude sind die Maler zugange und die haben für ihren Hubwagen den Parkplatz gesperrt. Seit Montag wurde also kreuz und quer wild in der Gegend geparkt - es ist ja auch zu viel verlangt, den anderen Parkplatz zu benutzen und dann knapp 100 m zu laufen ;-) Jedenfalls war am Mittwoch Mittag das Ordnungsamt vor Ort und hat fleißig Knöllchen verteilt. Und zack, können plötzlich doch alle gescheit parken und zu Fuß gehen :-D Ich würde nur mal gerne wissen, wer denen Bescheid gegeben hat. Die lassen sich sonst nie dort blicken und blöd geparkt wird regelmäßig.

Im Büro war es am Donnerstag total ruhig. Das Telefon klingelte kaum und auch sonst lief alles glatt. Ein angenehmes Arbeiten. Gegen Mittag war ich dadurch allerdings schon mit meinem Tagespensum fertig. Zum Glück ging es meiner Freundin ähnlich und wir hatten einen netten WhatsApp Chat :-)

Nach der Arbeit direkt heim. Mit den ganzen Wassereinlagerungen fand ich die Idee gut, was mit Reis zu kochen - der scheint nämlich entwässernde Wirkung zu haben. Da "trockener" Reis einfach nichts ist, gab es dazu eine TK Jägerklößchen Soße.
Motiviert durch das Gespräch mit meiner Freundin habe ich gleich nach dem Essen noch den nächsten Einkaufszettel fertig gemacht - obwohl der noch bis nächste Woche Zeit hätte. Und es stehen endlich mal wieder zu 90 % frisch gekochte Sachen drauf :-)

Weitere Ablenkung gab es durch das Lesen der Jubiläumsbroschüre meines Heimatortes. Die hatten wir ja kurz vor dem Stadtjubiläum noch im Rathaus ergattert. Sehr interessant, was da alles drin steht und ein paar bekannte Gesichter gab es auch zu sehen :-D So konnte ich jedenfalls die Süßkram-Gelüste ziemlich gut umgehen. Leider klappt das ja nicht immer.

Freitag hatte ich nochmal eine recht schlaflose Nacht hinter mir. Gegen 3 Uhr morgens wurde ich durch einen lauten Schlag aus dem Schlaf geschreckt.
Die sehen bei mir eh meistens gleich aus :-D
Es klang, als hätte jemand gegen unseren Rollladen im Schlafzimmer geschlagen! Da das aber relativ unwahrscheinlich ist - immerhin wohnen wir ja im 2. OG - muss wohl jemand etwas dagegen geworfen haben oder ein Tier ist dagegen gefolgen. Wobei... was fliegt denn nachts um 3 Uhr noch durch die Gegend? Schatz hat davon nichts mitbekommen. Ich dachte schon, ich hätte mir das alles nur eingebildet oder geträumt. Aber da Sekunden später auch bei den Nachbarn der Rollladen erst hoch und nach einer Weile wieder runter ging, müssen die auch was gehört haben.

Inzwischen bin ich mir nichtmal mehr sicher, ob es wirklich an unserem Rollladen geknallt hat oder bei einem der Nachbarn. Die Fenster standen ja offen und auf der Fensterbank war nichts weiter zu sehen. Der Schlag war laut genung, dass es auch wen anders "erwischt" haben könnte. Wenn ich Frau K sehe, quatsche ich sie mal drauf an ;-)

Trotz der recht schlaflosen Nacht war ich morgens kaum müde und auch den Tag über ging es mir echt recht gut. SIE hat auch nur wenig genervt und wie vermutet ließ sich Chefe die ganze Woche nicht blicken. Der steht wie erwartet wohl erst am Montag auf der Matte. Ich gönne ihm das. Er hatte ein echt stressiges erstes Halbjahr und auch vor den Betriebsferien extrem viel Arbeit. Die Auszeit steht ihm zu. Aber scheinbar bin ich die Einzige, die das so sieht, denn sowohl SIE als auch die Senior-Chefs (die ja eigentlich nichts mehr zu melden haben) finden es total sch... dass er sich 3 Wochen frei genommen hat.
Im Rewe am Freitag den ersten Weihnachtskram entdeckt - dabei ist noch Freibadwetter!
Nach der Arbeit ging es wieder heim. Zum Abendessen gab es Pichelsteiner-Gedöns aus der Dose. Das konnte ich so schnell aufwärmen, dass ich sogar noch vor dem Freitagstelefonat mit Papa Abendessen konnte :-)
Nach dem Telefonat habe ich allerdings (noch oder wieder?) Hunger gehabt und mir noch Brote reingepfiffen :-/

Auch auf der Waage war ich das erste Mal seit dem Urlaub wieder. Naja, nicht ganz. Die zwei Freitage im Sauerland stand ich kurz auf Papas Waage und die behauptete beide Male Stillstand. Heute zählt es aber wieder hochoffiziell, denn ich stand auf meiner Waage. Durch die vielen Wassereinlagerungen und die sauerländer Köstlichkeiten die wir im Urlaub (und danach) verputzt haben, hatte ich schon mit einer Zunahme gerechnet. Am Dienstag waren es noch ganze 2 kg mehr (extrem dicke Füße!) und heute "nur noch" 1,5 kg. Somit stehe ich akutell leider wieder bei 111,5 kg. Aber das ist OK. Ich hab es mir im Urlaub und in dieser Woche ja richtig gut gehen lassen ;-) Ab jetzt muss allerdings wieder Kontrolle her - und gesünderes Essen!

Und am Wochenende? Keine Ahnung! Einkaufen müssen wir zum Glück noch nicht. Samstag soll es wieder über 30 Grad geben und Sonntag soll es sich dann durch sehr viel Regen und Gewitter abkühlen. Die für Mittwoch und Donnerstag gemeldeten Schauern und Gewitter blieben ja fast alle aus. Mal gucken, ob es uns am Sonntag wirklich trifft. Aber geplant haben wir nichts.




Die KW 35 in kurz:
Samstag: Urlaub, nix Kalorien
Sonntag: Urlaubsnachsorge, nix Kalorien
Montag: 2.617/1.700 kcal, keine Bewegung
Dienstag: 3.042/1.700 kcal, keine Bewegung
Mittwoch: 3.280/1.700 kcal, keine Bewegung
Donnerstag: 2.185/1.700 kcal, keine Bewegung
Freitag: Katastrophe und keine Bewegung


Zunahme: 1,5 kg

Mittwoch, 28. August 2019

Leben ohne Pille - Bestandsaufnahme

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Ich habe so einige Beschwerden, die sich tatsächlich nach und nach einschlichen, so dass ich sie lange Zeit gar nicht bemerkte. Und ich vermute die Minipille (Jubrele) als Ursache :-( Außerdem habe ich das Gefühl, je länger ich sie einnahm, umso schlimmer wurde es.


BESTANDSAUFNAHME oder MEINE PROBLEMCHEN UND ICH
  • sehr fettige Haut im Gesicht
  • sehr schnell fettende Haare
  • Neigung zu Pickeln besonders am Haaransatz und an der Kinnpartie
  • Mitesser
  • teilweise sehr trockene Haut an den Händen, Schienbeinen und Füßen
  • Haare an Stellen, an der keine Frau Haare haben möchte. Meine Mutter und Oma haben den Begriff "Hexenhaar" benutzt. Einzelne lange, dunkle Haare an den unmöglichsten Stellen. Bei mir wachsen sie z. B. auf und zwischen den Brüsten und eines sogar am Kinn.
  • Auch der "Damenbart" ist inzwischen extrem ausgeprägt, wenn ich nichts dagegen tue. In der Pubertät hatte ich das auch schonmal und wurde deshalb in der Schule gehänselt
  • meine Libido ist quasi nicht mehr existent, ploppt aber hier und da mal extrem hervor, bevor sie wieder eine Weile im Nirvana verschwindet.
  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Lustlosigkeit 
  • das Gefühl der Überforderung selbst bei alltäglichen Dingen wie Haushalt
  • manchmal komme ich mir vor, als sei ich depressiv, da habe ich keine Lust zu gar nichts und sogar das Aufstehen fällt schwer
  • brüchige Nägel (besonders an den Zehen)
  • sehr trockene Nasenschleimhäute
  • 20 kg Gewichtszunahme seit Umstellung auf die Jubrele kamen schleichend, aber stetig und ich war nicht in der Lage, den Aufwärtstrend zu stoppen (auch wegen dieser Null-Bock-Einstellung?)
  • Gewichtsabnahme fällt mir seit gut 3 Jahren extrem schwer - so war es früher nicht! Liegt vielleicht auch mit an Müdigkeit, Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit. Ich kann mich erinnern, dass ich früher viel öfters, fast täglich, die 5 km von der Arbeit heim gelaufen bin und danach trotzdem noch den Haushalt gewuppt habe. Jetzt nehme ich die Bahn und liege danach meistens nur noch rum, weil ich mich völlig fertig fühle.
  • Gleichgültigkeit in vielen Lebenssituationen - nicht immer, aber sehr häufig
  • Ich kenne mich eigentlich als jemanden, der leicht zu begeistern ist, aber zuletzt fehlte mir einfach die Freude im und am Leben so ganz allgemein. So kenne ich mich gar nicht. Es kommt mir so vor, als hätte ich nur noch irgendwie funktioniert.
  • vermehrte Fressattacken - die ich früher meist nur kurz vor Einsetzen der Periode bekam. Ob das daran liegt, dass ich meine Periode seit 3 Jahren gar nicht mehr hatte?


Das ist alles, was mir bei längerem Nachdenken so ein- und aufgefallen ist. Ich habe allerdings keine Ahnung, ob das wirklich alles ist. Vielleicht stellen sich ja in den kommenden Wochen und Monaten noch Veränderungen heraus, die ich nicht bewusst auf dem Schirm hatte. Oder einige Dinge ändern sich nicht und liegen daher nicht an den Hormonen - wer weiß das schon. Ich bin neugierig und werde berichten. Die Liste wird mir künftig als Anhaltspunkt dienen, ob und was sich nach dem Absetzen der Pille alles verändert hat. Aber das wird dauern. Einge Stellen berichten von mind. 6 Monaten und bis zu 2 Jahren (!), die der Körper nach langer "simulierter Dauerschwangerschaft" braucht, um sich wieder auf seinen eigenen Hormonhaushalt einzupendeln. Aber auch die Gynäkologin sprach von mind. 6 - 12 Monaten.

Besonders krass aufgefallen ist mir die Gleichgültigkeit und Antriebslosigkeit vor meinem Sommerurlaub, wo ich eigentlich IMMER schon Wochen und Monate im Voraus diese Urlaubsvorfreude gespürt habe, geplant und recherchiert habe und fast platzte vor Vorfreude auf den kommenden Urlaub. Dieses Jahr, das allererste Mal überhaupt, merkte ich auch 2 Wochen vor dem Urlaub - NICHTS. Nichts von der Vorfreude. Ich hatte keine Lust zum Planen, keine Lust, die Kofferliste zu schreiben. Es war mir schlicht egal - wie es mir die letzten 3 Jahre egal war, wenn ich mein Kalorienbudget völlig überzogen habe. Und so bin ich nicht! Das weiß ich genau.

Wenn ich so drüber nachdenke, könnte ich gerade losheulen. Ich hoffe also wirklich sehr, dass die Nebenwirkungen der Minipille für all das (oder wenigstens das Meiste davon) verantwortlich sind und es mir jetzt, wo ich sie abgesetzt habe, wirklich bald wieder besser geht. Das ich wieder ich selbst werde. Das ich wieder Antrieb habe, Freude am Leben und nicht ständig so müde und lustlos vor mich hin "vegetiere". Das geht mir an mir selbst gerade am Meisten auf die Nerven. Und trotzdem war ich bisher außer Stande, da etwas dran zu ändern.

Sollte sich widererwarten nichts ändern, geht das Arztgerenne nach anderen Ursachen los. Aber ich hab die große Hoffnung, dass sich in naher Zukunft einiges zum Besseren wenden wird, wenn mein Körper ohne zusätzliche Hormone wieder "ganz normal" funktioniert.

Auf meine erste Periode bin ich ehrlich gesagt schon etwas gespannt. Ich hatte sie seit gut 3 Jahren überhaupt nicht mehr! Auch das eine Nebenwirkung der Minipille. Und davor hatte ich sie fast 13 Jahre lang immer extrem regelmäßig und schwach - erzwungen durch die anderen Pillen, die ich einnahm. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie meine Periode ohne die Pille war. Ob sie relativ gegelmäßig kam oder sehr unregelmäßig, ob sie stark oder schwach war oder irgendwas dazwischen. An was ich mich erinnern kann ist, dass ich sehr selten Regelbeschwerden hatte. Ich hoffe also, dass das auch künftig so bleibt :-)

Dienstag, 27. August 2019

Leben ohne Pille?

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Im Januar dieses Jahres, während der Krebsvorsorge, habe ich meiner neuen Gynäkologin (die alte ging ja in den Ruhestand) von meinen Beschwerden erzählt, die ich für Nebenwirkungen der Pille halte. Wir haben uns unterhalten und sie kam zu dem Schluss, dass es entweder wirklich Nebenwirkungen sein könnten oder eine ganz andere Ursache vorliegt. Am Ende blieben jedoch nur 4 Möglichkeiten wie es nun mit mir weiter gehen könnte:

1. Die Minipille weiternehmen wie bisher und mit den Nebenwirkungen (falls es denn welche sind) leben - auch wenn die wirklich Sch...sind. Eine andere Form der Pille käme für mich auf Grund meines erblich bedingten Bluthochdrucks und des Übergewichtes gar nicht in Frage (obwohl ich ja erst mit Umstellung auf diese Minipille wieder schleichend so zugenommen habe!).

2. Die Minipille durch eine Kupferspirale ersetzen. Denn eine reguläre "Östrogenverhütung" kommt für mich einfach nicht in Frage. Die Kuperspirale kostet ca. 200 - 250 EUR, kann für bis zu 5 Jahre drin bleiben, muss aber alle 6 Monate auf korrekten Sitz überprüft werden (wieder jedes Mal ca. 20-30 EUR Kosten für den Ultraschall). Allerdings gibt es bei der auch Nebenwirkungen wie zum Beispiel größere Menstruationsbeschwerden, eine stärkere und länger andauernde Blutung etc. Außerdem ist das Einsetzen wohl nicht ganz schmerzfrei bzw. sehr unangenehm bei Frauen, die noch keine Kinder bekommen haben (so wie ich), weshalb sie bei kinderlosen Frauen eigentlich eher ungerne eingesetzt wird. Jedenfalls finde ich die Krebsvorsorge schon immer extrem unangenehm. Und wenn ich nach nur ein paar Monaten merke, dass ich die Kupferspirale nicht vertrage oder die Nebenwirkungen zu arg wären, hätte ich die 200-250 EUR einfach in den Wind geschossen. Es gibt keine "Geld-zurück-Garantie" und keine Garantie, dass ich sie problemlos vertrage. Da ich eine Nickelallergie habe, bin ich etwas verunsichert, mir an anderes Metall dauerhaft einsetzen zu lassen. Was passiert, wenn die Spirale mit der ersten starken Regelblutung wieder rausgespült würde - was auch vorkommen kann! - weiß ich nicht. Ich gehe mal davon aus, dass ich dann auch das Geld los wäre, ohne einen Nutzen gehabt zu haben. Auf Grund unserer finanziellen Situation kommt diese Variante daher erstmal nicht in Frage - und natürlich, weil ich eine Memme bin und Angst vor evtl. Schmerzen beim Einsezten habe.

3. Pille absetzen und hormonfrei verhüten. Komplett auf die sichere und bequeme hormonelle Verhütung verzichten und gucken, ob es mir dann besser geht - wenn sich mein natürlicher Hormonspiegel nach einigen Wochen bzw. Monaten wieder reguliert hat. Wenn nicht, müsste man klären, was sonst für Ursachen für meine Beschwerden in Frage kämen, denn dann wären es ja keine Nebenwirkungen der Pille.

4. Die Endlösung. Sterilisation! Ein operativer Eingriff, den ich ebenfalls selbst finanzieren müsste. Kosten von ca. 1.000 - 1.500 EUR.

Jetzt saß ich da. Was mache ich nur? Ich hab mir alle Fürs und Widers angehört, Fragen gestellt, Antworten erhalten, mir für weitere 6 Monate die Minipille verschreiben lassen - Bedenkzeit! - und bin mit einem komischen Gefühl nach Hause gefahren.

Ein erstes Gespräch mit Schatz war wenig erhellend. Ich müsse das selbst entscheiden. Toll! Aber es betrifft ihn doch genauso wie mich :-/ Die Endlösung für ihn kam für ihn gar nicht in die Tüte, obwohl der Eingriff bei Männern weit weniger aufwendig, kostspielig und problematisch wäre als bei Frauen. Ich schätze, da ist so eine "Männlichkeits-Schraube" in seinem Hirn etwas zu fest ;-) Jedenfalls wollte er von diesem Thema nichts weiter hören. Zum Glück folgten mit der Zeit noch weitere Gespräche. Endergebnis: Egal was kommt, wir meistern das zusammen :-)

Und so habe ich die ersten Wochen erstmal gar nichts gemacht. Ich war einfach überfordert.

Gegen Ostern kam mir das Thema wieder in den Kopf. Ich hab angefangen, im Internet zu recherchieren. Ich hab mich über hormonfreie Verhütung informiert - wenn man sich da ewig nicht mit beschäftigen musste, kann eine Auffrischung des Wissens keinesfalls schaden ;-) - und viel gelesen. Auch Blogs von Frauen, die seit Jahren hormonfrei Verhüten und die schreiben, es ginge ihnen so viel besser als mit der Pille. Viele dieser Frauen verhüten mit NFP (Natürlicher Familien Planung). Ich weiß nicht, ob mir das nicht im Moment zu aufwendig ist. Und wie zuverlässig das ganze ist, wenn man sich noch nicht wirklich damit auskennt. Das lassen wir erstmal ;-)

Eine Frau berichtete, sie hätte die Pille abgesetzt, kurz bevor sie für 6 Monate zum studieren ins Ausland reiste. Als sie heimkehrte, hatte sie sich durch die fehlenden zusätzlichen Hormone, so sehr in ihrer Persönlichkeit verändert (zu der Frau hin, die sie früher war!), dass ihr Partner sie kaum wiedererkannte und lange brauchte, um mit seiner "neuen" Freundin klar zu kommen. Auch die ganzen angestrebten Pläne wurden nach absetzen der Pille so ziemlich alle über den Haufen geworfen, weil sie gar nicht mehr zum "neuen" Leben passten.

Es gibt Berichte über Trennungen, nachdem die Pille abgesetzt wurde. Nicht nur, weil der Partner mit dem neuen (alten) Selbst nicht klar kam, sondern auch, weil Frauen ohne die zusätzlichen Hormone ihre Partner plötzlich nicht mehr attacktiv fanden.

Hormonfreie Verhütungsmethoden gibt es einige am Markt. Wobei ein paar auch schon wieder am "Verschwinden" sind, weil sie einfach zu wenig gebraucht werden.

Die Pille nehme ich etwa seit meinem 20. Lebensjahr - im Nachhinein bin ich froh, dass ich wenigstens meine Pubertät ohne zusätzliche Hormone durchgemacht habe. Damals habe ich eine ganz "normale" Pille bekommen (Belara). Mit der war ich total zufrieden. Ich habe keine Nebenwirkungen gespürt. Lediglich mein Hautbild hat sich positiv verändert und ich war rundum geschützt.

Die Belara habe ich fast 8 Jahre genommen. Dann entschied meine Gynäkologin, dass es besser wäre zu wechseln. Grund: die Nebenwirkungen die in Verbindung mit meinem (zwischenzeitlich zurückgekehrten) Übergewicht und dem (vererbten) Bluthochdruck auftreten könnten. Vor allem aber das Thromboserisiko.

Also bekam ich eine andere "normale" Pille (Yasmin). Bei der merkte ich bald, dass meine Libido etwas weniger wurde. Aber das schob ich darauf, dass wir einfach gerade eine etwas schwierigere Phase in der Beziehung hatten. Aber sonst merkte ich keine Nebenwirkungen.

Die Yasmin nahm ich nicht lange. Dann entschied die Gynäkologin, dass die auch nicht das richtige für mich sei und wir wechselten auf eine Minipille (Jubrele). Mit der war ich anfangs auch total zufrieden. Am tollsten fand ich die Nebenwirkung, dass meine Periode völlig ausblieb. Kein kaufen von und hantieren mehr mit Hygieneartikeln. Herrlich! Kein Einplanen der Periode bei Ausflügen und Urlauben. Ich fühlte mich irgendwie befreit. Mit der verminderten Libido hatten wir zu leben und zu lieben gelernt. Alles andere kam so schleichend, dass ich die Veränderungen Jahre lang gar nicht so richtig wahrgenommen habe.

Das einzige was schnell auffiel, waren der vermehrte Haarwuchs (Hexenhaar) an Stellen, an denen ich keine Haare haben wollte und die extrem unreine und fettige Haut im Gesicht. Damit konnte ich aber leben. Dachte ich. Zeitweise kam ich mir vor, als hätte man mich in die Pubertät zurück katapultiert. Denn auch meine Haare wurden extrem fettig und ich neigte mal mehr und mal weniger stark zu Pickeln auf der Kopfhaut, am Kinn und am Haaransatz.

Aber je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr wurden mir auch andere Veränderungen bewusst. War ich früher auch so? So lustlos, fast schon gleichgültig? Nein! Was hat sich in meinem Leben geändert? Außer dem Wechsel der Pille eigentlich nichts. Daher war und bin ich mir ziemlich sicher, dass auch die anderen "Beschwerden" wie Müdigkeit und - ja, ich würde es schon als leichte Depressionen bezeichnen - von der Pille kommen könnten. Denn ich kann mich nicht erinnern, dass ich früher auch schon so antriebslos war. Wenn ich mir in meinen digitalen Aufzeichnungen ansehe, was ich 2013-2015 an Bewegung hatte und wie sehr das nach und nach (mit den Umstellungen der Pille!) abgenommen hat und wie schwer es mir zum Schluss fiel, mich überhaupt zu etwas aufzuraffen.... das ist doch kein Leben! Und Zufall ist es wahrscheinlich auch nicht, dass es mir ab 2016 - mit Umstellung auf die Minipille - schleichend schlechter ging. Und so ist es ja auch kein Wunder, dass das mit dem Gewichtsverlust nicht richtig klappen will seit Jahren.

Und so wurde aus der Überlegung, die Pille abzusetzen, ein konkreter Plan. Probieren geht über studieren. Es kann ja eigentlich nur besser werden. Und sollte sich keine Änderung/Besserung einstellen und alles nicht durch die Pille kommen, könnte ich sie ja problemlos wieder einnehmen und meine Gynäkologin und ich müssten nach einer anderen Ursache forschen. Dann würde im nächsten Schritt der Hormonspiegel und die Schilddrüse überprüft. Allerdings muss ich mich auch darauf einstellen, dass mein Körper zwischen 6 und 12 Monaten brauchen wird, bis sich der natürliche Hormonhaushalt wieder reguliert hat. Ich brauche also trotz allem weiterhin Geduld.

Ein Kinderwunsch besteht natürlich nach wie vor nicht. Es gilt also weiterhin irgendwie zu verhüten und eine Schwangerschaft zu vermeiden. Trotzdem kommt für mich die Endlösung (auch finanziell) nicht in Frage. Was ist, wenn ich wie meine Tante kurz vor Knapp doch noch Torschlusspanik bekomme und mir diese Hintertür dann quasi zugemauert hätte? Nein, das mache ich nicht! Und auch die Spirale ist mir für "auf einmal" etwas zu teuer. Ich kann nicht "mal eben" 250 EUR für ein Verhütungsmittel ausgeben - von dem ich nichtmal 100 % weiß, ob ich es überhaupt vertrage oder ob es drin bleibt.

Der Gedanke, wie viele von diesen kleinen Hormontabletten ich in all den Jahren genommen habe, ist schon erschreckend irgendwie. Bei der normalen Pille sind 21 Tabletten in einem Blister. Das heißt, ich habe davon rund 13 Blister (ca. 273 Tabletten) pro Jahr eingenommen. Bis ich 2016 auf die Mikropille umgestellt worden bin, waren das 13 Jahre. Und dann nochmal über 3 Jahre mit der Minipille, die TÄGLICH eingenommen wird (ohne Pause). Das macht unglaublich viele Tabletten in 16 Jahren, die meinem Körper "künstlich" Hormone zugeführt haben, die er eigentlich gar nicht bräuchte. Stellt euch die mal aufgetürmt auf dem Tisch vor. Schon irgendwie verrückt.

Im Laufe des Frühjahrs ging es in einem TV Beitrag um die verfrühte Menopause, die sehr selten ist und dennoch vorkommt (im Interview saß eine 16-jährige Dame, die bereits die Wechseljahre hinter sich hat). Ich saß tatsächlich auf der Couch und wünschte mir, ich hätte das auch, damit ich endlich meine Ruhe hätte mit dem leidigen Thema. Wenn mir die Natur einfach jetzt schon meine Entscheidung abgenommen hätte... Soweit war es schon!

Der ursprüngliche Plan sah vor, die Minipille aufzubrauchen (immerhin habe ich das Zeug ja bezahlt) - bis auf einen letzten Blister für den "Notfall", damit ich gleich wieder anfangen könnte, sollten sich keine Verbesserungen einstellen. Aber je länger ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, umso mehr habe ich das Gefühl bekommen, dass ich so nicht weiter machen kann und will. Es geht mir schlecht, wieso als nochmal 2 Monate durchhalten, weitere 2 Monate diese blöden Pillen fressen, wenn ich es doch gleich beenden kann?

Und dann nahm ich nach über 16 Jahren heute abend die (vorerst?) letzte Pille und bin nun gespannt, was mit mir passieren wird...







Hier mal eine Linkliste mit ein paar Seiten, auf denen ich mich bisher schlau gemacht habe (ist bestimmt nicht vollständig!):
https://www.risiko-pille.de/mein-leben-ohne-pille-blog/

https://www.stern.de/neon/magazin/10-dinge--die-fast-niemand-ueber-das-absetzen-der-pille-weiss-7761714.html 

https://lebenalacarte.de/pille-nie-wieder-fazit-nach-2-jahren-ohne-hormone/ 

https://www.diecheckerin.de/pille-absetzen-dinge-die-ohne-pille-besser-sind/

https://www.femelle.ch/love/pille-absetzen-folgen-fuer-koerper-und-psyche-ohne-antibabypille-1061

https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/natuerliche-methoden/

https://www.fitforfun.de/sex-soul/verhuetung/pille-absetzen-leben-ohne-pille-was-passiert-mit-dem-koerper-187518.html

Dazu kam natürlich noch die ausführliche Beratung durch die Gynäkologin, die ich mir eingeholt habe, BEVOR ich im Internet anfing zu recherchieren.

Montag, 26. August 2019

Sauerland-Urlaub 2019 - Tag 11 (Das große Finale)

[Dieser Beitrag kann indirekt Werbung ohne Auftrag enthalten, durch Markennennung, Ortsnennung oder Verlinkung]


Tag 11. Unser letzter Tag im Sauerland (erstmal). Und Tag des großen Finales: Stadtjubiläum! Mein Heimatkaff feierte 875. Geburtstag (zumindest wurde es 1144 erstmals urkundlich erwähnt). Und das wurde groß gefeiert mit einem "stehenden Festzug". Die letzte Große Geburtstagsfeier 1994 habe ich als 11-Jährige schon mitgemacht. Damals war es etwas anders - mit historischer Parade und allem PiPaPo. An allzuviel kann ich mich leider gar nicht erinnern, wie gesagt, ich war 11 Jahre jung. Daher war ich schon sehr gespannt auf das aktuelle Stadtjubiläum :-)
Ich kann mich erinnern, dass damals die 3 historischen Stadttore - Oberntor, Österntor und Niederntor - symbolisch nachgebaut wurden. Dieses Mal gab es "nur" das symbolische Oberntor.
Oberntor mit Wachhäuschen
Dafür gab es an allen Eingangspunkten die blau-weißen Wachhäuschen, wo man gegen einen kleinen Obulus ein Eintrittsbändchen erstehen konnte. 3 EUR für einen Tag. 5 EUR für alle Tage. Da kann man absolut nichts sagen, auch wenn sich wohl etliche Einheimische beschwert haben, dass sie für ihre eigene Stadt Eintritt zahlen sollten. Man kann sich auch anstellen. Die Helfer und Organisatoren haben sich echt viel Mühe gegeben und umsonst bekommt man das alles auch nicht.
Der "stehende Festzug" war gleich von Anfang an sehr interessant. Es wurden sehr kunstvolle Malerarbeiten vorgestellt, die aussahen wir Tapete oder echtes Holz, aber wirklich "nur gemalt" waren.
Zur Kleinbahn war die Dauerausstellung im Hansesaal geöffnet. Die kannten wir schon, denn wir haben sie bereits zweimal besucht und den Kleinbahnwanderweg sind wir ja inzwischen auch gelaufen :-)


Es gab ein altes Feuerwehrauto zu sehen und mit einem Spritzenwagen zum pumpen liefen die historischen Feuerwehrmänner durch die Straßen und zeigten, wie anno dazumal ein Feuer bekämpft wurde.

Ein Herr schuf kunstolle Werke allein mit einer Kettensäge. Das ist immer wieder beeindruckend, wie mit so einem "groben" Werkzeug so schöne und teilweise richtig filigrane Kunst erschaffen werden kann.

Überall zwischen den Besuchern flanierten und standen historisch gewandete Leute herum. Das gab dem Markt ein besonderes Flair.

historisches Dorfleben
Eine ganze Straße diente allein der Kinderbelustigung. Da hat man sich echt was einfallen lassen. Es gab einen Barfußpfad aus gefüllen alten Treckerreifen, ein Sandkasten wurde aufgebaut, malen, basteln, schminken und mehrere Karussells, da blieben wohl keine Kinderwünsche unerfüllt.
Gestartet ist das bunte Programm am Samstag um 10:30 Uhr. Wir waren um kurz nach 11 Uhr bereits dort und da war schon ordentlich was los in den Straßen.

Steinmetze
Steinmetze und Zimmerleute zeigten ihre Arbeit von früher und heute. Die moderne Technik hat vieles vereinfacht, weshalb ich es umso beeindruckender finde, dass früher genauso präzise gearbeitet wurde und werden konnte, ganz ohne Laser- und Computertechnik. Teilweise auch langlebiger als heutige Bauten.
Zimmerleute
Blechener und Schibbeldecker



historische Feuerwehr mit ihrem Pumpenwagen


Direkt gegenüber vom Schmied gab es Bauernkäse. Von der Sorte mit Sommerblüten durfte ein halber Laib mit. Daneben gab es handgesiedete Seife. Da ich die in noch keinem Laden in Freiburg gesehen habe und ich ja weiterhin auf Duschgel aus der Plastikpulle verzichten will, habe ich mir da auch nochmal ein schönes Stück mit Zitrusduft gekauft. Die Duschseife wird jetzt erstmal eine Weile halten :-)
Auf dem Marktplatz gab es reichlich Essen und Trinken bei Musik. Wir haben uns zur Mittagszeit dort einen Köhlerschinken mit Krautsalat im Brötchen gegönnt. Sowas bekommt man nicht alle Tage und es schmeckte super.
Rund um die Kirche fanden sich die Pestkranken (komplett jammernd und von Pestbeulen übersäht) vom Klapperhaus, die damals mit ihren Klappern schon von weitem zu hören waren und somit die gesunden Menschen vor ihrer Anwesenheit warnten. Direkt daneben stand die käuterkundige Frau von Bingen. Und noch ein paar Schritte weiter gab es eine mobile Waldschule.

Hinter der Volksbank wurde der berühmte sauerländer Schiefer verarbeitet. Kuchen gab es auch. Und die Upländer Bauernmolkerei hatte auch einen Stand, an dem man mal die Kuh melken konnte. Keine echte natürlich ;-)


Zum Österntor hin wurden historischen Landmaschinen gezeigt. Eine Dreschvorführung - an die kann ich mich von vor 25 Jahren noch erinnern - musste abgesagt werden, weil sich doch tatsächlich ein paar Deppen wegen Staubbelästigung beschwert haben. Früher waren die Leute da wohl doch etwas entspannter als heute ;-) Total bescheuert. Dann lässt man halt mal 3 Tage die Fenster an der Straße zu und gönnt den Leuten ihren Spaß.





Der örtliche Oldtimer Club zeigte natürlich auch noch ein paar Schätzchen.


Inzwischen hatten wir fast alles einmal angeschaut. Der Süßwarenhändler zog uns alle magisch an. Und so erstanden wir für 4,50 EUR eine Waffeltüte - kein Vergleich zu der überteuerten Mogelpackung die wir im Herbst auf der Freiburger Kirmes erstanden! - und die von meinem Opa so geliebten Ananas Bomben. Ich wollte doch mal wissen, was dem Opa so lange Zähne macht :-D
Leider hatten wir die brutzelnde Sonne doch etwas unterschätzt und das Waffelige fing an, fröhlich vor sich hin zu schmelzen. Da kam es fast recht, dass Papa plötzlich Kreislauf bekam und viel zu früh den Heimweg antrat. Dem konnten wir unseren Süßkram noch mitgeben. Währenddessen machten wir uns mit Mama auf, die Niederstraße zu erkunden.
Vor der Sparkasse wurden diverse Liköre feilgeboten und Wolle gesponnen. An so ein Spinnrad kann ich mich auch noch erinnern. Meine Uroma hatte so eins noch rumstehen und wir hatten als Kinder einen Heidenspaß, mit dem Pedal das Spinnrad zu bedienen :-) Auch ohne Wolle ;-)

Das die Destille direkt neben dem Wagen des Karnevalsprinzen stand, war wohl kein Zufall ;-) Auf dem Prinzenwagen waren alle Prinzenpaare der vergangenen Jahrzehnte aufgehangen. So viele!
Schatz und ich haben noch versucht mit Tannenzapfen die Zielwand zu treffen. Schatz traf immerhin einmal. Das ist gar nicht so leicht mit diesen länglichen, trudelnden Dingern so ein kleines Loch zu treffen. Schatz bekam für seinen 1 Punkte Wurf immerhin einen Bleistift und ein Radiergummi, während ich mich für 0 Treffer noch über einen lustigen Aufkleber freuen konnte :-)
Die fuhren und fahren Werbung für die Region
Außerhalb vom Festgelände haben wir noch das Haus mit der "Werbung" für's Fest fotografiert. Tolle Idee, die uns schon bei der Anreise begrüßte :-) Und mit unseren Bändchen kamen wir problemlos wieder auf's Festgelände.

In Medebach blühen tatsächlich noch Magnolien!
Nun hatte auch meine Mutter genug und ging nach Hause. Wir wollten uns aber noch die ein oder andere Vorführung auf den beiden großen Bühnen ansehen. Und als wir da so vor der Bühne in der Oberstraße standen und auf die Verhandlung vom Bernd von Eppe warteten, latschte doch glatt der Harry Wijnvoord (bekannt von der Preis ist heiß aus dem TV) an uns vorbei!
Harry Wijnvoord
Der war quasi der "Promi-Gast" des Stadtfestes und gab am Abend noch die Moderation eines Quizzes. Das wir ihn auch tagsüber mal zu Gesicht bekommen würden, damit hatten wir nun mal so gar nicht gerechnet.
Das Hansepaar
Und dann ging auch schon das Schauspiel los, als zwei Stadtwachen den Herrn von Eppe (das liegt im benachbarten Waldeck/Hessen) vor unseren Augen in Ketten legten. Er zeterte gegen die faulen Westfalen und die Stadtwachen zeterten gegen die ollen Hessen zurück - kennt man sicherlich auch aus anderen Regionen ;-) Lustig war's.
Bernd von Eppe wird verhaftet
Die Gerichtsverhandlung begann, es wurden Zeugen gehört und am Ende wurde der Bernd von Eppe schuldig gesprochen, weil er - "voll wie die Kesselflicker" - die Frau des Torwächters beleidigt und dem Torwächter selbst mit dem Tode bedroht hatte und dazu noch die Gefängniszelle bei seinem Ausbruch schwer beschädigte. Bekommen hat er allerdings "nur" eine Geldstrafe.
Gerichtsverhandlung von Bernd von Eppe
Das Stück war gerade zu Ende, da nahmen wir schon Kurs auf die Bühne am Marktplatz. Dort stellten sich die historischen wichtigen Persönlichkeiten von Medebach vor und erzählten aus ihrem Leben. Die meisten davon kannte ich schon aus dem Schulunterricht. Schatz fand das ganze furchtbar spannend :-)
Von Henricus de Medebeke, der es einst sogar zum Bürgermeister von Reval (dem heutigen Tallinn in Estland) brachte, über einen Raubritter, der Medebach in Schutt und Asche legte, um später Bischof zu werden und Caspar Vopelius, der in Medebach geboren nach Köln ging und die so wichtige Rheinlaufkarte anfertigte. Auch der aktuelle Bürgermeister hielt in historischer Tracht noch eine kurze Ansprache.
Bürgermeister Grosche

Zwischenzeitlich hatte mein Handy geklingelt und Papa hatte angerufen. Nachdem es seinem Kreislauf wieder besser ging fiel ihm ein, dass er ja gerne doch noch eine Portion vom sich am Spieß drehenden Ochsen gehabt hätte und ob wir ihm die nicht noch mitbringen könnten ;-)

Inzwischen war es fast 14:30 Uhr. Also besorgten wir Papa noch seinen Ochsen und machten uns dann auf den Heimweg. Dort haben wir noch ein bisschen mit meinen Eltern zusammen gesessen und um 16 Uhr haben wir uns auf den Rückweg nach Freiburg begeben. Denn am Montag stand für uns beide schon wieder Arbeit und Alltag auf dem Programm.



Anmerkung:
An allen Einlasspunkten stand die Info, dass man sich mit dem Betreten des Festgeländes damit einverstanden erklärt, auch fotografiert und in diversen Medien veröffentlicht zu werden. Ich habe trotzdem versucht, alle "normalen" Besucher unkenntlich zu machen und nur die Schausteller zu zeigen :-)