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Mittwoch, 24. Juli 2019

Tag der offenen Hallentore & Feuerwehr Hock

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Am Sonntag war es zu heiß zum Wandern. Aber das Wetter war zu schön, um wieder nur drinnen zu hocken - auch wenn es da um einiges kühler gewesen wäre ;-) Was tut man also, wenn man sein Auto ohne Klimaanlage nicht für einen Ausflug benutzen will? Wir sind zum Tag der offenen Hallentore der Freunde der Freiburger Straßenbahn gefahren - mit der klimatisierten Straßenbahn :-D Die FdFS sind die Herren (und Damen?), die sich um die Oldtimer unter den Straßenbahnen kümmern und jeden ersten Samstag im Monat (Mai bis September) Fahrten mit den historischen Gefährten anbieten.
Die allmonatlichen Fahrten haben wir bisher immer verpasst und als wir vor einigen Jahren mal beim Tag der offenen Tür bei den Verkehrsbetrieben waren, war der Andrang so groß, dass wir es nicht in so ein historisches Schätzchen geschafft haben.
Die Oldtimer Straßenbahnen haben ihr Zuhause im ehemaligen Betriebshof Süd. Inzwischen teilen sie sich das Gebäude mit der freiwilligen Feuerwehr des Stadtteils Wiehre - die zufällig auch am Sonntag ihren Feuerwehr Hock hatten :-)
Wir sind also mit der Straßenbahn zur Haltestelle "Lorettostraße" gefahren und haben dort auf S gewartet, die sich um 13 Uhr mit uns treffen wollte. S kam sogar ziemlich pünktlich und gemeinsam sind wir die paar Meter zur Urachstraße 5 spaziert, wo sich alles abspielen sollte.
Vor dem altehrwürdigen Jugendstilgebäude, welches 1901 erbaut wurde und bis 1994 eines von den zwei regulären Straßenbahndepots war, war schon ordentlich was los. Früher hatten hier 77 Fahrzeuge Platz. Verglichen mit dem jetzigen Straßenbahndepot auf der Haid kann man sich das gar nicht richtig vorstellen. Selbst wenn man die Halle der Feuerwehr noch mit einbezieht, wirkt das Gelände echt winzig.

Vor der Halle mit den Oldtimer Straßenbahnen fuhr eine echte Mini-Dampflok im Kreis, auf der man für 2 EUR mal mitfahren konnte.





 
In der Halle selbst waren Modelleisenbahnen aufgebaut. Unter anderem vom historischen "Rebenbummler" oder von der Straßenbahn in Basel und Freiburg. Sogar unsere Haltestelle vorm Haus konnten wir da als Modell betrachten - wie sie vor dem Umbau und der Gleiserweiterung vor einigen Jahren war.



Sogar ein bewegliches Modell von der Schauinslandbahn war zu bestaunen! Echt goldig und mit viel Liebe zum Detail.
Mit der Mini-Dampflok wollten wir jetzt nicht unbedingt mitfahren. Also, Schatz und ich nicht. Das sah mehr nach einem Spaß für die ganz Kleinen aus. S ist natürlich trotzdem mitgefahren, während wir in der Zwischenzeit was gefuttert haben. Es gab ein Schweinesteak mit Kartoffelsalat.

Gerade fertig haben wir uns aufgemacht, um in der Halle nebenan bei der Feuerwehr vorbeizuschauen. Da gab es aber außer noch mehr Essen und Getränke nur Bierbänke zum sitzen.

An der Hüpfburg vorbei liefen wir vor zur Straße. Dort sammelten sich immer mehr Leute. Irgendwas war also im Gange. Das wollten wir nicht verpassen. Es sollte eine Übung der Jugendfeuerwehr stattfinden. Ich weiß, dass das für die Zuschauer ohne Kinder an sich nichts besonderes ist, aber die Jungs und Mädels von der Jugendfeuerwehr sind sehr stolz auf ihr Können und wollten das nunmal zeigen. Also schauten wir zu.

Da S zwischenzeitlich irgendwo "hängen geblieben" war, hat sich Schatz aufgemacht, um sie zu suchen und zu fragen, ob sie sich das auch ansehen wolle. Sie wollte - und hat sich danach beschwert. Sogar bei der Jugendfeuerwehr direkt! Die Jungs und Mädels haben nach einer kurzen Anfahrt mit Martinshorn die "Lage gecheckt" und dann ihre Schläuche ausgerollt und das (imaginäre) Feuer mit viel Wasser bekämpft. Die kleinen Zuschauer hatten einen Heidenspaß, als der Wind das Wasser auf sie drauf wehte und sie nass wurden :-D Und auch die Jugendfeuerwehr - unsere Retter von morgen - hat, finde ich, eine Klasse Leistung abgeliefert - inkl. freundlichem aber bestimmten beiseite scheuchen der im Weg stehenden Zuschauer. Wie im echten Leben ;-)
S fand das alles Scheiße. Wie man denn bei der anstehenden Hitzewelle und Dürre für so einen Blödsinn das gute Wasser verschwenden könne? Außerdem sei die Vorführung ja nun wirklich langweilig und nichts besonderes gewesen. Das hat sie der Jugendfeuerwehr auch völlig nonchalant vor den Latz geknallt. Ich hab gedacht ich höre nicht richtig. Wie kann man nur so eine miese Laune verbreiten und den Jugendlichen so den Spaß an ihrem Ehrenamt verderben? Meine Familie hat (und tut es noch) sich auch ehrenamtlich in der freiwilligen Feuerwehr engagiert. Mein Vater und mein Onkel waren Feuerwehrleute. Mein Onkel zusätzlich noch einige Jahre Rettungssanitäter. Mein Bruder ist auch Feuerwehrmann in der freiwilligen Feuerwehr. Das sind die, die da rein rennen, wo alle anderen rausrennen. Und ja, auch die müssen das üben, weil sie das "nur" freiwillig machen, nach, vor oder während der normalen Arbeit, Nachts und am Wochenende. Ohne diese engagierten Leute sähen wir im Notfall echt alt aus. Die haben unseren Respekt verdient. Auch die Jugendlichen, die noch lernen. Und nicht so einen blöden und patzigen Kommentar.

Das "vergossene" Wasser kam übrigens der Grünanlage auf der anderen Straßenseite zu Gute. Es war also nicht wirklich "verschwendet". Und weil ich so stinkig war, hab ich S auch angepampt, wieso sie immer alles so negativ sehen würde und alles schlechtreden müsse. Das kannte sie von mir jetzt gar nicht, und war erstmal ruhig. Wenn sie das nicht hätte sehen wollen, hätte sie in den paar Minuten ja auch was anderes machen können. Also wirklich! Irgendwann reichts sogar mir und ich bin eigentlich äußert friedfertig.


Nachdem sich die Wogen wieder etwas geglättet hatten, steuerten wir die historische Straßenbahn an. Nicht zu vergleichen mit den modernen von heute. Die alten bestehen zum größten Teil nur aus einem einzigen Triebwagen und bieten bei weitem nicht den Platz, den moderne Straßenbahnen bieten. Dafür sind sie viel heimeliger mit ihrer Holzvertäfelung innen und außen und den Holzbänken - die ich tatsächlich um einiges bequemer fand, als die komischen Sitze in der neuesten Straßenbahnanschaffung der Verkehrsbetriebe. Sogar die Halteschlaufen für die Stehenden waren aus Holz!
Mit dem Oldtimer von 1927 (!) ging es - erstaunlich zügig und ruckelfrei (ruckelfrei können die neuesten Modelle irgendwie auch nicht) - vom ehem. Betriebshof hinauf in die Stadtmitte. Dort wurde gewendet und es ging wieder zurück. Die Fahrt war kurz, aber gratis. Wir haben dem freundlichen Schaffner allerdings 5 EUR gespendet :-) Denn auch die leisten tolle Arbeit - ehrenamtlich!
Wieder zurück auf dem Fest haben wir uns ein Hofeis gegönnt, während wir in der Schlange anstanden, um mit dem Feuerwehrauto mitzufahren. Beim Hofeis handelt es sich um einen ansässigen "Eis-Dealer" der echt leckeres Eis produziert. Und das möglichst regional. S wollte kein Eis. Das sei nichts besonderes, Eis hätte sie für ein paar Cent vom Kaufland auch Zuhause und sie sähe nicht ein, 3-4 EUR pro Kugel für dieses blöde Eis zu zahlen. Schatz und ich haben sie gekonnt ignoriert und uns ein Eis gekauft. Die Kugeln kosten wie sonst auch fast überall in Freiburg 1,20 EUR pro Stück. Und ratet, wer nachher auch ein Eis in der Hand hatte ;-)
Für mich war die Fahrt im Feuerwehrauto nun nichts besonderes, weil ich schon zig Mal im Feuerwehrauto mitfahren durfte - allein schon bei den unzähligen 1. Mai Wanderungen und Festen, die wir als Kinder und Jugendliche im Sauerland mitgemacht haben ;-) S hat auch hier etwas moniert, und zwar, dass man ja gar nicht richtig raussehen konnte und daher nicht sehen konnte, wohin oder woher man fährt. Wir saßen hinten drin ;-) Und da war ihr zu wenig "Aussicht" im Feuerwehrauto. Himmel hilf! Als ich ihr sagte, dass ja im Ernstfall die Feuerwehrleute auch nicht sehen müssten, woher oder wohin sie fahren, solange der Fahrer wisse wohin es ginge, war sie wieder ruhig ;-)

Mit dem Feuerwehrauto ging es einmal um den Block. Die hinteren Sitze sind für die Männer und Frauen heute deutlich bequemer, als ich sie aus meiner Kinder- und Jugendzeit in Erinnerung habe :-)

Inzwischen war es fast 16 Uhr und wir hatten Durst. Wir besorgten uns etwas zu trinken, S zusätzlich noch einen Wurstsalat und dann haben wir uns in die Halle der Feuerwehr gehockt - in den kühlen Schatten :-) Dort haben wir noch ne gute Stunde gesessen und gequatscht, wobei S mir mit ihrem "die Flüchtlinge kriegen alles in den A geschoben wir wir kriegen nichts" wieder tierisch auf den Wecker ging. Die Frau hat einen guten Job, eine Eigentumswohnung, eine Familie, Geld für Freizeitgestaltung und Anspruch auf Rente etc. Was will sie denn noch alles?

Wie S meint, läge ihre neuerdings etwas motzige und negative Art (so kannten wir sie bisher wirklich nicht) daran, dass sie oft mit einer Bekannten loszieht, die eben diese Charaktereigenschaft aufweist und das scheinbar auf S abfärben würde. Möglich. Aber vielleicht entwickelt sich S auch einfach von ganz alleine zu so einer "nörgeligen Alten". Wer weiß. Für mich wird der ungezwungene Umgang mit ihr aber von Jahr zu Jahr ein kleines Bisschen schwieriger. So hab ich S damals nicht kennengelernt :-(

Inzwischen war ich müde - die Hitze und die vielen Eindrücke - und wir haben uns dann gegen 17:30 Uhr jeweils auf den Heimweg gemacht.

Bis auf die kleinen S-bedingten Zwischenfälle war es ein super Nachmittag. Wir haben viel gesehen, viel erlebt und lecker gegessen. Gerne wieder :-)

Und obwohl ich mich echt extrem bemüht hatte, mich im Schatten aufzuhalten - nachdem ich vor Ort feststellte, dass ich mal wieder die Sonnenmilch vergessen habe - hab ich Zuhause einen leichten Sonnenbrand entdeckt. Es war zwar schonmal schlimmer, aber der hätte nun wirklich nicht sein müssen.