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Am 9. Tag unseres Sauerland-Urlaubs konnte ich Schatz dann endlich dazu bewegen, mit mir diese 9-EUR-Ticket-Rundfahrt zu machen :-) So günstig kämen wir nie wieder mit Bus- und Bahn durch Ostwestfalen und Nordhessen!
Und wie schon bei der großen Wanderung, mussten wir etwas umplanen, damit sich die beiden Kerle nicht wieder im Bad in die Quere kamen. Was tun? Ganz einfach: Wir fahren früher los und frühstücken dann auswärts. Das wollte Schatz schon ewig mal machen und wie praktisch, dass in Korbach, ganz in der Nähe vom Bahnhof, eine tolle Bäckerei ist, die Frühstück anbietet.
Also standen wir um 6 Uhr auf und nahmen um kurz nach 7 Uhr den Bus ins hessische Korbach.
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Im Bus nach KB und Aussicht vom Bus
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In Korbach marschierten wir direkt vom Bahnhof - wo uns der Bus abludt und wo wir auch wieder weiterfahren würden - hinunter zur Bäckerei. Da war unter der Woche und so früh gar nicht viel los. Wir bekamen Karten, suchten uns einen schönen Platz aus, wählten unser Frühstück und bestellten an der Theke.
Kurz drauf wurde uns das Frühstück dann an den Platz gebracht. Wir waren begeistert. Es sah super aus und schmeckte vorzüglich. Wir hatten zwei Stunden, bis der Zug in Korbach abfuhr und haben gemächliche 60 Minuten in der Bäckerei verbracht.
Um die restliche Zeit auch noch etwas "tot zu schlagen", haben wir nach dem Frühstück noch einen kleinen Spaziergang durch Korbach gemacht. Mit Schrecken stellte ich fest, dass das Woolworth-Gebäude abgerissen wurde. Einfach weg! Eine Kindheitserinnerung weniger. Hier hab ich meine erste Rolltreppe benutzt - und was hatte ich Schiss vor dem Ding :-D
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Korbach Innenstadt/Nachtwächter Statue
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Um 10 Uhr nahmen wir dann die Regionalbahn von Korbach nach Frankenberg. Die Strecke ist uralt und lag Jahrzehnte lang einfach brach. Daher fuhr ich sie an diesem Tag zum ersten Mal in meinem Leben. Und ich muss sagen, das ist eine echt schöne Strecke - auch wenn wir dank des einsetzenden Regens teilweise nicht viel sehen konnten, da die Scheiben so vertropft waren. Immerhin saßen wir im Trockenen :-D
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Blicke aus dem Zugfenster zwischen KB und FKB
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In Frankenberg war es zwar bewölkt, aber trocken, als wir aus dem Zug stiegen. Schatz war noch nie in Frankenberg - außer am Bahnhof - und ich war seit Ewigkeiten nicht mehr dort. Zeit für einen kleinen Stadtrundgang. Da die Züge aktuell nur alle 2 Stunden fuhren (Fahrermangel), hatten wir die Wahl, ob wir 2 oder 4 Stunden durch Frankenberg flanieren wollten.
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Uferpromenade in Frankenberg
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Uferpromenade an der Eder in Frankenberg
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Die Stadt ist echt schön, hat eine wunderbare historische Altstadt mit vielen schmucken Fachwerkhäusern. Leider aber auch sehr viel Leerstand, was die Geschäfte anbelangt. Das war früher deutlich anders.
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Obermarkt und Rathaus (rechts) Frankenberg
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Frankenberg wurde 1233/1234 von Landgraf Konrad von Thüringen erbaut, war aber davor schon lange ein befestigter Ort. Da sich hier zwei bedeutende Handelswege kreuzten, gewann die Stadt schnell an Bedeutung.
Wir stiegen hinauf auf den Kirchberg und besichtigten die Liebfrauenkirche von 1286. Da es sich hier um eine evangelische Kirche handelt, ist sie innen sehr schlicht und nicht mit Prunk überladen, wie so manches katholisches Gotteshaus. Wir spazierten also schnell weiter.
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| Liebfrauenkirche |
Am Obermarkt haben wir uns das Rathaus angesehen. Es gilt als eines der ältesten Fachwerk-Rathäuser Deutschlands und wurde (als 3. Rathausbau) im Jahre 1513 errichtet.
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Fachwerk in Frankenberg
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Während unseres Stadtrundgangs merkten wir dann auch, dass wir keine 4 Stunden hier bleiben wollten. Es war zwar Mittagszeit, aber viele Restaurants gab es nicht, die paar die wir gesehen haben, hatten geschlossen und auf Döner hatten wir keine Lust. Also ging es an der neu gestalteten Uferpromenade, an der Eder entlang, zurück zum Bahnhof.
Vom hessischen Frankenberg aus nahmen wir den Zug ins nordrhein-westfälische Brilon. Das war dann im Prinzip der gleiche Zug mit dem wir kamen, nur blieben wir in Korbach sitzen und fuhren weiter.
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OL: Rest-Edersee bei Herzhausen/OR: Fahrt über das Viadukt/UL: Ettelsberg/UR: Brilon-Wald
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Dieses Mal gab es keinen Regen, als wir am äußersten Rand des Edersees vorbei fuhren. Der Blick aus dem Fenster war wunderschön. Die Natur, der Fluss und die duzenden Wasservögel. Sogar Kanadagänse konnten wir am Flussufer sehen. Für ein Bild war der Zug dann aber leider doch zu schnell unterwegs.
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Fahrt mit dem Zug Richtung Korbach, an der Eder entlang
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Der Regen setzte erst kurz vor Brilon wieder ein. Aber auch nur kurz. Und wir hockten ja auch immer noch im Zug. Also alles gut :-) Über Usseln und Willingen ging es weiter. Auch diese Strecke fuhr ich zum ersten Mal in meinem Leben. In Willingen gibt es das schöne Viadukt. Als Kind hat mich das immer sehr fasziniert und ich fand es schade, dass da keine Züge mehr drüber fuhren. Jetzt fahren sie wieder. Beim Willinger Viadukt waren wir 2017 schonmal, denn
eine Wanderung führte uns dort vorbei. Ob damals schon wieder Züge fuhren, weiß ich gar nicht. Dieses Mal fuhren wir mit dem Zug drüber und für mich war das schon etwas ganz besonderes :-)
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Aussichten aus dem Zug zw. Frankenberg u. Brilon
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Ebenso besonders war es, mit dem Zug direkt in Brilon anzukommen. Als ich dort zur Schule ging, hörten die Gleise bereits in Brilon-Wald auf und Brilon selbst war nur mit Auto oder Bus erreichbar. Auch den Bahnhof Brilon-Wald mal von "der anderen Seite" zu sehen, war irgendwie spannend. Denn bisher kannte ich den nur von der Durchfahrt mit dem Auto :-)
In Brilon spazierten wir die Fußgängerzone hoch. Schatz hatte Lust auf ein Stück Kuchen. Aber wir fanden tatsächlich kein geöffnetes Café :-/ Also hockten wir uns in ein Eiscafé und genehmigten uns statt Kuchen einen Eisbecher :-) Als wir den genüsslich verspeist hatten, haben wir gezahlt und sind zur Bushaltestelle am Marktplatz spaziert. Dort kam dann auch direkt der Bus zurück nach Medebach.
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Brilon: Rathaus und Kump am Marktplatz
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Da wir jetzt deutlich früher unterwegs waren, als ursprünglich geplant, und wir mal wieder nicht auf dem Schirm hatten, dass ja in NRW bereits wieder Schule war, war der Bus proppenvoll. Wir durften stehen - bis nach Olsberg. Dort wurde der "Notsitz" am Bahnhof frei. Unbequem, aber besser als stehen auf dieser kurvigen Strecke :-)
Die Fahrt über den Langenberg war klasse. Naja, hauptsächlich weil dort inzwischen so gut wie kein Baum mehr steht. Das verschafft einem eine wunderschöne Aussicht. Als ich damals mit dem Bus zur Schule fuhr, gab es nur an einer einzigen Stelle Aussicht - dort war eine Schneise geschlagen und ein Picknickplatz aufgebaut. Sonst war nur dichter Wald zu sehen. Da wir aber standen, und auf der falschen Seite vom Bus standen, konnte ich von der herrlichen Aussicht keine Bilder machen und das wurmte mich ziemlich.
Als Fazit zu unserer 9-EUR-Ticket-Rundfahrt kann ich sagen: Sehr gelungen! Es hat sich tatsächlich voll gelohnt. Wir hatten einen herrlichen Tag, da wir keine Anschlüsse erwischen mussten, waren uns die paar Minuten Verspätung die wir jedes Mal hatten völlig wurscht und landschaftlich ist die Strecke wirklich sehr reizvoll :-)
Auch preislich hat es sich gelohnt. Denn da wir mehrfach die Landesgrenze zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen überschritten haben, hätten wir kein Länderticket benutzen können. Und der normale Fahrpreis wäre pro Person 41 statt 9 EUR gewesen.
Mit dem Wetter hatten wir riesiges Glück. Wir haben trotz des drohenden Himmels keinen einzigen Tropfen abbekommen. Wenn es regnete, saßen wir gerade im Bus oder Zug :-)
Wir waren am späten Nachmittag wieder in Medebach. Zum Abendessen gab es bei Papa Schlemmerfisch mit Bohnensalat u. Kartoffeln. Den Abend verbrachten wir wieder sehr entspannt auf der großen Couch und dann war der Urlaub im Sauerland schon wieder fast gelaufen :-(
Das war wieder mal ein vielseitiger Ausflug. Einerseits hast Du in die Jugendzeit abtauchen können, andererseits auch die Fortschritte entdecken können. Ein Woolworth-Kaufhaus gibt es bei uns in der Stadt noch. Dort habe ich schon als Kind einkaufen dürfen, aber leider hat es keine Rolltreppe. Ich war allerdings schon viele Jahre dort nicht mehr drin, weil ich einfach nichts von den Sachen brauche, die dort angeboten werden.
AntwortenLöschenSchade ist, dass ein Urlaub immer viel zu schnell endet. Du hast deshalb die Tage sehr genossen, nehme ich an.
Liebe Grüße von Ingrid, der Pfälzerin
Liebe Nicky,
AntwortenLöschenschöne Bilder von Eurem "grenzüberschreitenden" Ausflug hast Du mitgebracht. Ich finde es auch immer wieder spannend, wie sich Orte der Kind- und Jugendzeit verändert haben wenn ich denn mal in Menden bin. Dort habe ich noch mehr das Gefühl, dass immer mehr Geschäfte schließen als hier am Bodensee, obwohl da auch immer wieder neue Läden eröffnen, die vor ein paar Wochen noch nicht da waren. Der Eisbecher sieht richtig lecker aus, den hätte ich jetzt auch gerne.
Liebe Grüße
Burgi
Hallo Nicky,
AntwortenLöschendie Strecke wurde von Brilon Wald durchgehend nach Frankenberg im Jahr 2015 reaktiviert.
Und gut das ihr das 9,00 € Ticket so genutzt habt, denn es ist ja wirklich eine schöne Gegend.
Der Bahnhof Brilon Wald ist ja jetzt einigermaßen Renoviert, vor paar Jahren hättet ihr sicherlich einen Schock bekommen. Es ist ja geplant ein Hotel im Gebäude zu eröffnen, voriges Jahr war es noch nicht offen.
Leider haben sehr viele Städte mit Leerständen zu schaffen, selbst in den Großstädten.
Irgendwie fehlen auch die typischen Einheimischen Lokale mit den lokalen Gerichten.
Grüße
Hannelore