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Wir hatten in diesem Jahr beide einen runden Geburtstag. Ich wurde 40 und der Schatz 50 Jahre alt! Man wird nicht immer (zusammen) 90 Jahre, also sollte was Besonderes her - auch weil wir uns die letzten 7 Jahre reisetechnisch nichts leisten konnten, da wir dringend eine neue KĂŒche benötigen. KĂŒchen sind unverschĂ€mt teuer!
Und weil der Mann zusĂ€tzlich zum Gespare fĂŒr die KĂŒche und Reparaturen am Auto auch noch Kindesunterhalt zahlen muss, ist es finanziell bei uns ziemlich eng. Trotzdem hab ich mir die letzten 3 Jahre so gut wie alles verkniffen. Und ich habe zusĂ€tzlich zum "KĂŒchen-Budget" auch noch ein "Reise-Budget" zusammengespart. Denn das hĂ€tte der Mann im Leben nicht auch noch geschafft.
Und so wurde im Januar das Hotel gebucht und im April - als es endlich möglich war - die Zugtickets. Danach hieà es warten und vorfreuen auf den Oktober.
Das gröĂte Problem war, dass ich Schatz nichts sagen wollte. Es sollte ja alles eine Ăberraschung fĂŒr ihn werden. Und wenn man sich selbst auf was ganz besonders freut und es am liebsten in die Welt hinaus schreien möchte... Puh!
Nur eine Hand voll Leute wussten, wo es hingeht. Wenn einer von euch darunter ist: GlĂŒckwunsch ;-) Und: DANKE fĂŒr's Dichthalten!
Wir wollten schon immer mal zusammen nach Paris! Denn Schatz war noch NIE dort und ich war erst ein einziges Mal dort. Im kalten MĂ€rz 1997 - mit jungen 14 Jahren. FĂŒr ein paar wenige Stunden. Auf der RĂŒckfahrt vom SchĂŒleraustausch - weil die Busfahrer Pause machen mussten.
Jetzt ist Paris ja nicht so weit weg - nur knapp 5 Stunden mit der Bahn (von Freiburg aus). Soweit, wie zu meiner Familie. Aber: nicht nur KĂŒchen sind unverschĂ€mt teuer. Die Stadt der Liebe ist es auch :-/
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| Eiffelturm im MĂ€rz 1997 |
UrsprĂŒnglich hatte ich gehofft, das Reise-Budget wĂŒrde fĂŒr eine Woche dort ausreichen - denn fĂŒr das gleiche Geld haben wir schonmal 2 Wochen Urlaub an der Nordsee gemacht. Als ich Anfang des Jahres dann die Preise checkte kam sehr schnell die ErnĂŒchterung: Das Budget wird fĂŒr 3 Ăbernachtungen ausreichen. Anreise, 2 ganze Tage vor Ort, Abreise. That's it! Schnief...
Als das Hotel gebucht war, habe ich dem Liebsten lediglich gesagt, dass er fĂŒr den Oktober-Urlaub keinerlei Termine ausmachen darf. Wir wĂ€ren nicht da! Er kriegte dieses Funkeln in den Augen, grinste mich an und meinte: "Schön! Und wo fahren wir hin?" Ich hab's ihm nicht verraten. Bis zum Schluss nicht. Er sollte es erst erfahren, wenn wir am Bahnhof in Karlruhe umstiegen und er dann am Bahnsteig das finale Reiseziel sehen wĂŒrde.
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| Notre Dame im MĂ€rz 1997 |
Im Laufe der Monate hat er immer mal versucht, mehr ĂŒber das Urlaubsziel zu erfahren. Ich habe ihm folgende Informationen gegeben:
- wir sind 4 Tage weg
- wir fahren mit der Bahn
- die Bahnfahrt dauert ca. einen halben Tag
- wir mĂŒssen einmal umsteigen
- da wollten wir schon immer mal zusammen hin
Man konnte wirklich zusehen, wie das MĂ€nner-Hirn anfing zu arbeiten :-D Wenn zwischendurch Nachfragen kamen, habe ich gerne auch mal "Fake News" verstreut.
Irgendwann im spĂ€teren FrĂŒhjahr kam er dann an - da hatte er weiter versucht, an noch mehr Infos zu kommen - und meinte: "Ich glaub, ich weiĂ wo wir hinfahren!". Kurz fiel mir die Kinnlade herunter. Hatte ich irgendwas gesagt? Hatte ich mich unbewusst verplappert? Hatte er heimlich einen Blick in mein Handy geworfen? "Wir fahren nach RĂŒgen!".
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| Schloss Versailles im MĂ€rz 1997 |
Hallelujah! Sowas von daneben :-D Ja, nach RĂŒgen wollten wir auch immer schon mal. Da hatten wir es auch erst von gehabt. Aber wie er jetzt auf die Insel in der Ostsee kam, konnte ich mir auch nicht erklĂ€ren.
Jedenfalls lieĂ er sich nicht von seiner Meinung abbringen. Er war sicher, wir fĂŒhren nach RĂŒgen. Zumindest hat er mich das glauben lassen. Ich kann also nur hoffen, dass mein Mann kein guter Kriminologe ist und nur so tut, als wĂŒrde er das falsche Ziel annehmen :-D Zwischendurch hoffte ich dann mal, er wĂ€re nicht zu enttĂ€uscht, wenn es statt nach RĂŒgen nach Paris ginge - falls er wirklich denkt, wir fĂŒhren nach RĂŒgen.
Ich habe schon gesagt, wenn er am Bahnsteig dann das Ziel sehen und enttĂ€uscht sein wĂŒrde, könnte er ja auch einfach wieder nach Hause fahren. Ich wĂŒrde auch alleine Urlaub machen. Da hĂ€ttet ihr mal seinen Blick sehen sollen :-D
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| Schloss Versailles im MĂ€rz 1997 |
Das Hotel ist in der NĂ€he des Ostbahnhofs (Gare de l'Est). Von einer bekannten Kette, die wir in Deutschland schon oft fĂŒr StĂ€dtetrips gewĂ€hlt haben. Wir werden um ca. 14 Uhr in Paris ankommen - so die Deutsche Bahn will - denn wir fahren zweimal ICE. Einchecken im Hotel, kurz frisch machen, vielleicht ne Kleinigkeit essen und dann: Spaziergang! Zum Montmartre und der berĂŒhmten Basilika SacrĂ© Coeur. Das ist nĂ€mlich alles nur 2,5 km vom Hotel entfernt :-D Ein erster Ăberblick ĂŒber die Stadt, ein paar SehenswĂŒrdigkeiten im Pariser Norden abklappern, Abendessen und dann die EindrĂŒcke sacken lassen. So der grobe Plan fĂŒr den Anreisetage.
Die beiden kompletten Tage sind dann einmal fĂŒr einen Tagesausflug nach Versailles und einmal fĂŒr Sightseeing in Paris selbst vorgesehen. Unsere Online Tickets fĂŒr Versailles habe ich bereits im September gekauft. Der "Passeport" kostet 28,50 EUR pro Person. Man hat damit aber auch alles. Den Palast, das Lustschloss Trianon, den Garten und den Park.
Am Abreisetag ist einfach nur ausschlafen und frĂŒhstĂŒcken angesagt, denn wir mĂŒssen das Zimmer bis 12 Uhr gerĂ€umt haben.
Wir fahren extra nicht am Wochenende sondern unter der Woche (Montag bis Donnerstag). In der Zeit, wo wir fahren sind in Frankreich keinerlei Ferien und in Deutschland nur in einzelnen BundeslĂ€ndern (Herbstferien). Wir hoffen daher, dass der Zeitpunkt gĂŒnstig ist, und es nicht so von Touristen wimmelt, wie in den Sommermonaten. Und Paris soll im Herbst auch besonders schön sein, weil bunt, nicht zu heiĂ, nicht zu kalt und weniger Touristen - so stand es jedenfalls in einem Paris-Blog ;-) Wir lassen uns mal ĂŒberraschen.
Meinen Traum, einmal in den Louvre zu gehen, kann ich wohl begraben. Der hat leider Dienstags geschlossen und laut diverser Seiten sollte man sich fĂŒr einen Besuch im Louvre mindestens 2 Stunden (besser mehr) Zeit nehmen ZUZĂGLICH der Wartezeit beim Anstehen, die (selbst mit vorab gekauftem Online-Ticket) 1 - 4 (VIER!) Stunden betragen kann. Absolut verrĂŒckt! Wenn ich mir jetzt einen oder zwei Tage mehr in Paris hĂ€tte leisten können, wĂ€re das kein Thema gewesen. Aber so mĂŒssen wir halt Abstriche machen. Und der Louvre war eher "meins". WĂ€hrend z. B. Versailles ein Wunschziel von uns beiden ist.
Ein bisschen Bammel hatte ich vor der VerstĂ€ndigung. Mein Englisch ist verdammt gut. Von meinen Spanisch Skills ist nicht mehr viel ĂŒbrig. Französisch kann ich aber GAR NICHT! Und die Franzosen sind ja jetzt nicht unbedingt dafĂŒr bekannt, dass sie gerne andere Sprachen benutzen, auch wenn sie es sehr wohl könnten. Ich habe also schon frĂŒhzeitig damit angefangen, zumindest die wichtigsten SĂ€tze und ein paar einfache Vokabeln Französisch zu lernen. Ich hoffe, das reicht. Immerhin fahren wir ja nach Paris und nicht ins französische Hinterland :-D
Und da wir ohne Auto unterwegs sein werden, habe ich mir auch entsprechende Apps auf's Handy geladen, damit wir bequem die MĂ©tro nutzen können. Denn ich habe dieses Hotel nicht nur gewĂ€hlt, weil es nahe am Montmartre und fuĂlĂ€ufig zum Gare de l'Est liegt, sondern auch weil wir mit der MĂ©tro quasi vom Hoteleingang in 15 Minuten - ohne Umsteigen - bis zum Louvre fahren können. Und von dort aus sind fast alle Pariser SehenswĂŒrdigkeiten fuĂlĂ€ufig erreichbar :-D Wie geil ist das denn bitte?! Und ehrlich? Die Pariser MĂ©tro wird nicht anders sein als die U-Bahn in Berlin oder Hamburg ;-) Und ich bin ja ein ĂPNV-MĂ€dchen.
Also:
Happy Belated Birthday To Me!!! und Happy Birthday an den Schatz!!!
Paris, Paris... wir fahren nach Paris :-D
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Liebe Nicky, ich wĂŒnsche Euch viel Freude in dieser wunderschönen Stadt. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude!
AntwortenLöschenIch bin gespannt, was du nach der Reise berichten kannst. Wir sahen die Warteschlangen vor dem Louvre und waren selbst nur in den Innenhof bis zum Absperrzaun gegangen.
Besucht auf jeden Fall das Seine-Ufer. Dort findet man nette Bars, Bistros und Sitzgelegenheiten (falls das Wetter passt).
Liebe GrĂŒĂe von Ingrid, der PfĂ€lzerin
Das ist so so schwierig so eine Reise ohne sich zu verplappern zu planen. Ich hÀtte echt Schwierigkeiten das durch zu halten und nichts zu sagen.
AntwortenLöschenDu hast das so gut durch dachte und geplant. Respekt fĂŒr diese grandiose Umsetzung.
Auch Àltere Bilder haben ihren Reiz.
Vielen Dank fĂŒr s teilen. Ich freue mich schon sehr auf deine Genauen Berichte.
LG heidi