[Dieser Beitrag kann indirekt Werbung ohne Auftrag enthalten, durch Markennennung, Ortsnennung oder Verlinkung]
Heute vor einem Jahr, habe ich mich nach 18 Jahren von meinem Partner getrennt. Das Jahr nach der Trennung war ziemlich anstrengend. Was vor allem daran lag, dass ich das Ende unserer Beziehung betrautert, aber anschließend auch recht schnell nach vorn gesehen habe, während er sehr lange noch versuchte, alles wieder gut zu machen und die Beziehung irgendwie zu retten. Nur kann man nichts retten, was nicht zu retten ist. Und für mich heißt vorbei, tatsächlich vorbei. Ich bin nicht der Typ für diese berüchtigten On-Off-Beziehungen.
Inzwischen funktionieren wir als Freunde und WG-Mitbewohner ganz gut - die meiste Zeit jedenfalls.
Für mein emotionales Wohlbefinden war alleine der Schritt, die Trennung laut auszusprechen und dabei zu bleiben, ein richtig großer Schritt. Allein dadurch ging es mir tatsächlich schon besser.
Ich koche immer noch für uns beide - nicht ganz uneigennützig, muss ich zugeben. Denn ich weiß, wie verwüstet die Küche jedes Mal aussieht, wenn er da was gemacht hat. Und ich hab es da lieber sauber und ordentlich nach meinen Standards. Ich hätte Bedenken, abends von einem langen Arbeitstag nach Hause zu kommen und er stünde noch in der Küche, nicht fertig. Und ich müsste mit dem Kochen dann warten, bis er mal in den Quark kommt. Oder er wäre schon fertig und die Küche sähe aus wie ein Schweinestall. Ich weiß, ich sollte es eigentlich lassen, aber auf tägliche Diskussionen und Krach, weil wir einfach ein komplett unterschiedliches Verständnis von Sauberkeit und Ordnung haben, kann ich gut und gerne verzichten.
![]() |
| Image by congerdesign from Pixabay |
Auch so ein Thema, was mir teilweise jetzt noch auf den Keks geht ist, dass er sich schwer tut in seinen Kopf zu bekommen, dass wir nur noch befreundet sind. Aber das heißt nicht, das wir immer noch alles zusammen machen. Das er oft beleidigt ist, wenn ich was alleine unternehme, nervt ziemlich. Und obwohl wir über genau dieses Thema Anfang des Jahres nochmal ausführlich diskutiert haben, scheint er sich mit dem Gedanken immer noch schwer zu tun :-/
Haushaltsbuch hab ich angefangen zu schreiben. Aber so ganz im Flow bin ich da immer noch nicht. Immerhin habe ich jetzt schonmal grob nen Überblick, wer was verbraucht und was es kostet und beim allgemeinen Wocheneinkauf hat es sich eigentlich immer grob die Waage gehalten. Aber da teile ich jetzt halt ganz genau auf - nicht mehr nur so Pi mal Daumen ;-) Bis jetzt hat er seine "Rechnungen" auch immer brav bezahlt ohne zu murren.
Ich kann das Auto behalten, sollte ich ne Wohnung finden, solange es noch TÜV bekommt. War tatsächlich sein Angebot und kam alleine von ihm aus. Denn er darf aktuell eh nicht fahren und hat kein Problem, mir das Auto zu überlassen. Wenn ich ihn dann mal zum Einkaufen mitnehme und so. Das ist alles kein Problem. Kann man drüber reden.
Da die Wohnungssuche im Großraum Freiburg immer noch eine ziemliche Katastrophe ist, führen wir das WG-Leben vorest (zwangsweise) weiter fort. Finanziell kommt mir das natürlich sehr entegen. Nervlich leider nicht immer. Aber ich sag mal, zu 80 % funktioniert es inzwischen. Was gut so ist, sonst wäre die ganze Sache noch schwieriger.
Die Wohnungssuche geht trotzdem weiter. Irgendwann muss es ja mal klappen. Außerdem: Sollte ihm aus irgendwelchen Gründen mal irgendwas passieren, dann wäre ich obdachlos. Denn er ist in der Baugenossenschaft, der die Wohnung gehört. Ich nicht. Aufnahmestopp bei Neumitgliedern schon vor 15 Jahren!
Tatsächlich haben wir angefangen, uns als "nur Freunde" etwas wohler zu fühlen. Die ganzen Spannungen, die es die letzten Jahre gab, sind irgendwie auf einmal weg. Der Umgang miteinander hat sich (aus meiner Sicht) positiv verändert. Auch wenn es immer noch ein paar Reibungspunkte gibt. Aber ich habe nie erwartet, dass es perfekt wird. Dass es überhaupt so platonisch funktioniert, ist schon was.
Einen Putzplan wollte ich aufstellen. Aber er hat darum gebeten, die Haushaltsaufgaben so zu belassen, wie sie waren. Womit ich an und für sich kein Problem habe, denn er macht jetzt auch noch ein paar Kleinigkeiten, die er früher nicht gemacht hat. Das einzige, was immer noch nicht optimal läuft, ist die Regelmäßigkeit. Aber das habe ich früher schon von Freunden und Kollegen in WGs gehört, das sich "nie einer an den Putzplan hält". Und so wische ich bei ihm halt auch nur dann Staub, wenn er bei mir mit durchgesaugt hat. Ansonsten ist sich jeder selbst der Nächste (zumindest was die eigenen Zimmer angeht).
![]() |
| Image by bess.hamiti@gmail.com from Pixabay |
Der letzte große Streitpunkt war, als er im letzten Sommer angefangen hatte, Kontakt mit einer anderen Frau aufzunehmen und mich dann vor halb vollendete Tatsachen gestellt hat, als es hieß, sie wolle für "mal eben" 4 (!) Wochen zu Besuch kommen. Soll er sich treffen mit wem er will. Hab ich kein Problem mit. Besuch bei uns zu Hause? Von mir aus. Aber "einziehen" einer Fremden für 4 Wochen? Das wäre dann doch etwas zu viel des Guten.
Zum Glück hatte sich die Sache mit "seiner Dämlichkeit" dann aber von alleine gelöst. Die ach so liebe und herzliche und verliebte Irina (?...irgendwas russisches) stellte sich als Romance Scammerin heraus.
Meine bereits gepackten Kartons stehen immer noch im Keller und warten auf (m)eine neue Bleibe.
Neulich habe ich einen Artikel über Wohnen in München gelesen. Noch schlimmer als hier. Da landen seit einigen Jahren Menschen mit Vollzeitjob reihenweise in Sammelunterkünften für Obdachlose, weil sie sich trotz Vollzeitjob und Nebenjob dort keine Wohnung leisten können. Wenn man jede freie Minute arbeitet (2 Jobs, einer davon Vollzeit!) und dann trotzdem zu wenig zum (über)leben verdient, aber deutlich zu viel für Sozialhilfe, dann ist das wirklich eine dramatische Entwicklung. Zumal ich ja auch genau in diese Lücke falle. Vollzeit, zu wenig um Miete im freien Wohnungsmarkt zu stämmen, aber deutlich zu viel für irgendwelche solzialen Unterstützungen.
Ich versuche dennoch, irgendwie in eine der drei zur Verfügung stehenden Baugenossenschaften noch rein zu kommen. Aber die Wartezeiten auf eine Wohnung sind bei allen gleich - falls man überhaupt aufgenommen wird: im Durchschnitt ca. 10 Jahre! Bleibt zu hoffen, dass es bei irgendeiner klappt und ich unterm Durchschnitt liege. Denn der freie Wohnungsmarkt ist kaum machbar.
Es ist absolut irre, was hier ab geht. Wobei ich mittlerweile von Familie und Bekannten aus der Heimat und dem Norden höre, dass es dort inzwischen auch nicht mehr soooo einfach sein soll, günstigen Wohnraum zu finden. Zumindest nicht dort, wo auch die Jobs sind.
Die Überlegung, meine Zelte in Freiburg komplett abzubrechen kamen im letzten Jahr immer mal wieder auf. Aber egal wie lange ich rumüberlegt habe, das Ergebnis war am Ende immer das gleiche: Ich will nicht weg! Ich liebe es hier. Ich war 24 Jahre im Sauerland. Jetzt schon fast 20 Jahre in Freiburg. Das ist mein Zuhause. Auch wenn Freiburg es einem wohnungstechnisch wirklich absolut nicht leicht macht, möchte ich gerne bleiben. Daher kämpfe ich weiter, um irgendwas bezahlbares zu finden.
Trotz der (emotional) ungünstigen Wohnungssituation, geht es mir gut. So gut wie lange nicht mehr, denn ich hatte Ende letzten Jahres endlich auch mal wieder den Kopf, um mich auch gesundheitlich um mich selbst zu kümmern und "aufzupeppeln". Selfcare! Das habe ich während der letzten Jahre in der Beziehung total aus dem Blick verloren, weil alles immer nur um ihn und seine Gesundheit kreiste.
Ich bleibe optimistisch, gehe meinen Weg weiter. Voran. Nicht zurück. Und ich bin gespannt, wie es weitergeht.
![]() |
| Image by Ylanite Koppens from Pixabay |



Gar keine Frage, du musst für Dich entscheiden, womit Du am Ende am besten zu recht kommst. Deine Bedenken kann ich alle nachvollziehen. Ob Wohnen oder Partner ... es muss nur für Dich passen. Egal was andere für eine Meinung dazu haben.
AntwortenLöschenErst am Freitag haben wir fest gestellt, das wir keine Großstadtmenschen sind. Von daher würde ich niemals in eine ziehen.
LG Heidi
Auch eine Sache, die ich an Freiburg so liebe. Großstadt genug, um von allem (Angebot, Infrastruktur) zu profitieren und doch klein genug, um nicht das ganze Chaos von den riesigen Metropolen wie Köln, Hamburg oder Berlin zu haben. Zumindest Theoretisch ist in Freiburg alles noch recht fußläufig erreichbar, wenn man nicht lauffaul ist.
Löschen