Montag, 27. April 2020

Richtige Handhabung und Reinigung von sog. "Community-Masken"

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Seit heute gilt deutschlandweit die Mundschutzpflicht beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln. In den Straßenbahnen in Freiburg haben auch wirklich 90 % der Fahrgäste und Einkäufer eine Maske getragen. Meist waren es die sog. "Community-Masken". Selbstgenähte Masken aus einfachen Stoffen. Einige haben scheinbar auch richtigen Einweg Mund-Nasenschutz (MNS) ergattert. Es ist allerdings erschreckend, wie viele Leute diese Teile (egal ob gekauft oder selbstgenäht) falsch "anwenden".
Daher aus aktuellem Anlass hier mal kurz zusammengefasst, die richtige Handhabung und Reinigung der sog. "Community-Masken":

1. Handhabung

Laut Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist der beste Schutz vor einer Ansteckung oder Übertragung des Covid-19 Virus nach wie vor das konsequente Abstandhalten (mind. 150 cm, besser 200 cm) von anderen Menschen. Dennoch kann die physische Barriere, die das richtige Tragen einer Community-Maske darstellt, eine gewisse Schutzfunktion vor größeren Tröpfchen und Mund-/Nasen-Schleimhautkontakt mit kontaminierten Händen bieten. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt zusätzlich zum Abstand natürlich auch weiterhin die gute Handhygiene und auf Husten- und Niesetikette zu achten.

Menschen, die eine entsprechende Maske tragen, sollten daher unbedingt folgende Regeln berücksichtigen:
  • Trotz Maske weiterhin gründlich und regelmäßig die Hände waschen (mind. 20-30 Sekunden mit Seife) und die Abstandsregeln einhalten, denn eine Community-Maske schützt dich nicht wirklich vor einer Ansteckung. Sie verhindert eher, dass du jemanden ansteckst, falls du das Virus in dir trägst, ohne es zu wissen. Wenn also alle eine tragen, kann das schon sinnvoll sein.
  • Vor dem Anziehen und nach dem Absetzen der Maske gründlich die Hände waschen
  • Beim Anziehen der Maske darauf achten, dass die Innenseite nicht berührt und somit kontaminiert wird! Maske nur an den Gummibändern oder Bindebändern berühren.
  • Bei Faltenmasken müssen die Falten nach unten zeigen, damit sich keine Erreger in den Falten absetzen können
  • Die Maske muss richtig über Mund, Nase, Kinn und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Eindringen von Luft an den Seiten zu minimieren.
  • Eine durchfeuchtete Maske sollte umgehend abgenommen und ggf. ausgetauscht werden.
  • Die Außenseite der gebrauchten Maske ist möglicherweise voller Viren und Erreger. Wer sie anfasst, verteilt mit seinen Händen alles, was möglicherweise darauf sitzt.
  • Das gilt auch für Tätigkeiten wie essen, trinken oder rauchen – wird die Maske nach unten auf den Hals oder das Kinn geschoben oder baumelt sie nur an einem Ohr, gelangen die Keime möglicherweise direkt in den Mund oder verteilen sich auf Händen, Gesicht oder Hals.
  • Die Maske sollte nach dem Abnehmen in einem Beutel o. ä. luftdicht verschlossen aufbewahrt oder sofort gewaschen werden. Die Aufbewahrung sollte nur über möglichst kurze Zeit erfolgen, um vor allem Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Nicht die Maske einer anderen Person benutzen! Jeder benutzt immer seine eigenene Maske
  • Gebrauchte Masken nicht an andere Personen weiter geben


Bei zwei Punkten bin ich selbst etwas im Unklaren, denn ich habe z. B. nicht genug Masken, um auch unterwegs schon meine Maske zu wechseln, weil sie durchfeuchtet ist - was sie tatsächlich recht schnell bei mir ist. Ich habe aktuell eine Maske pro Tag. wenn ich nach der Durchfeuchtung gehe, bräuchte ich mindestens 4 Masken pro Tag (zwei für den Weg zur Arbeit und zwei für den Rückweg). Gerade jetzt, wo es so warm ist! Man schwitzt ja auch unter den Dingern. Wie man das richtig gut lösen kann, weiß ich gerade noch nicht. Habt ihr hierzu Ideen?

Der zweite Punkt ist die Sache mit der Aufbewahung. Das BfArM empfiehlt hier die Aufbewahrung in einem Luftdicht verschlossenen Behältnis oder Beutel. Ich habe in einem TV-Beitrag (weiß leider nicht mehr in welchem) aber auch jemanden sagen hören, das sei eben nicht so gut, man solle die Maske offen an der Luft aufbewahren, solange halt sicher gestellt werden kann, dass niemand anders an die Maske ran kommt, sie berührt oder gar aufsetzt und sich dadurch "infizieren" kann.

Bei mir persönlich läuft das aktuell daher so: Ich benutze eine Maske am Tag. Denn ich brauche sie bei der Arbeit nicht zu tragen. Nur für die An- und Abfahrt zum Büro oder beim Einkaufen. Im Büro habe ich mir einen kleinen Pappkarton neben den Schreibtisch in die Ecke gestellt. Da kommt außer mir keiner hin. Dort kommt die morgens vollgeatmete (leicht feuchte) Maske den Tag über rein. Niemand fasst sie an und weil Luft dran kommt, kann sie gut trocknen. Für die Heimfahrt ziehe ich die trockene Maske dann wieder an (mir ist klar, dass sie dann NICHT sauber ist). Eine Möglichkeit, sie auf Arbeit zu reinigen habe ich leider nicht (kein Backofen, kein Bügeleisen). Daheim wird sie gleich gekocht oder gewaschen (wenn ich genug Wäsche zusammen habe). Extra für die Maske die Waschmaschine anstellen, tue ich nämlich nicht ;-) Ob meine Lösung so ganz OK ist, weiß ich nicht. Aber besser ist es mir im Moment nicht möglich. Und ich halte mich an die oben genannten Regeln sehr penibel.
2. Reinigung

Um die "Community-Maske" wieder sauber und keimfrei zu bekommen, gibt es verschiedene Methoden. Allerdings gilt keine dieser Methoden als das "Patentrezept"! Alle gängigen Methoden, die zur Zeit für die Reinigung der Masken genannt werden, basieren auf der Erkenntnis, dass das Covid-19 Virus temperaturempfindlich ist: Hitze und fettlösende Substanzen wie Tenside, die als Fettlöser in Waschmitteln enthalten sind, zerstört die Viren. Von daher:
  • Möglichst nach jedem Einsatz die Maske reinigen
Zum Reinigen gibt es folgende Möglichkeiten:
  • Mindestens bei 60 Grad mit Vollwaschmittel in die Waschmaschine stecken
  • mind. 5 Minuten in kochendes Wasser legen (Topf auf dem Herd oder mittels Wasserkocher)
  • 30 Minuten in den auf 70 Grad (Ober-/Unterhitze) vorgeheizten Backofen legen (das funktioniert laut Medizienern auch mit chirurgischem MNS und FFP-Masken, die eigentich Einweg-Artikel sind)
  • im Ausnahmefall kann die Maske auch fix gebügelt werden. Dazu die trockene Maske zwischen zwei Küchenhandtücher legen und bei Stufe 3 sorgfältig (dampf-)bügeln. Achtung: Diese Methode ersetzt keine Reinigung!
  • Maske nach der Reinigung vollständig trocknen lassen
Wichtig bei allen Masken: Sobald sie kleinste Beschädigungen aufweisen - gleich entsorgen!
Und: Nicht in die Mikrowelle tun! Jedenfalls nicht die gekauften Einwegmasken. Da sind auch Drahtbügel drin, die eure Mikrowelle kaputt machen! Die Reinigung in der Mikrowelle wird generell wohl nicht empfohlen.

Medizinische Experten raten zudem dringend davon ab, Masken mit Desinfektionsmittel zu besprühen. Die Partikel des Desinfektionssprays können zu einer Reizung der Nasen- und Mundschleimhäute führen. Bei Asthmatikern beispielsweise kann dies zu massiven Atemproblemen führen.

Masken einzufrieren, um Viren zu bekämpfen, ist ebenfalls keine gute Lösung. Mit Sars-CoV-2 verwandte Coronaviren halten sich bei -20 °C bis zu zwei Jahre, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).





Quellen:
BfArM, Bayerischer Rundfunk, Hessischer Rundfunk, Der Standard (aus Österreich), MDR, Robert Koch Institut, Baden FM, Radio Regenbogen

6 Kommentare:

  1. Ich finde das extrem auffallend wie viele sich die Mundmaske falsch aufsetzen. Da ist es fast die Regel das der Draht sich am Kinn befindet. Ziemlich fragwürdig.
    Das mit dem eben mal in den Kochtopf finde ich auch sehr einfach . Da braucht es dann nicht die Waschmaschine für. Das macht es erheblich einfacher. Ich mache das immer so wenn ich nur 1 Teil habe was mal eben heiß gebadet werden muss.
    LG heidi

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    1. Das sie die Maske hier falsch herum aufsetzen und der Draht unten ist, hab ich tatsächlich noch nicht gesehen. Aber hier hängt dafür extrem oft die ganze Maske am Kinn oder unter der Nase.

      Die Wasserkocher und Kochtopf Methode hat sich hier auch bewährt.

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  2. Ich verwende Einweg-Masken. Da ich die Dinger nicht mag, vermeide ich Orte, an denen ich sie tragen muss.
    Apotheke, Tankstelle und Bank erledigt mein Mann. Dem macht es nichts aus, eine Mund- und Nasenmaske zu tragen.
    Ich brauche deshalb nur eine, wenn ich in den Supermarkt zum Einkaufen gehe und das ist derzeit nur alle zwei Wochen. Wir werden beim Foodsharing reichlich mit Frischwaren eingedeckt und müssen weniger zukaufen.
    Wenn ich morgens im meinem kleinen Auto in die Stadt zur Arbeit fahre, freue ich mich, dass ich keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen muss. Die Leute sitzen traurig an den Haltestellen mit ihren Dingern im Gesicht.
    Hoffentlich dürfen wir bald darauf verzichten.
    LG Ingrid

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    1. Ich mochte die Dinger am Anfang auch nicht. Da mir aber nichts anderes übrig bleibt, muss ich sie täglich in den öffentlichen Verkehrsmitteln anziehen und inzwischen habe ich mich auch schon einigermaßen dran gewöhnt.

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  3. Heute hatte ich beim arbeiten wieder die ganze Palette der Helden im Laden . Angefangen von komm mir nicht zu nah, bis geh nicht hinter die Theke . Bis hin zu wir haben regeln und können nur einzelne Kunden in den Laden lassen. Du glaubst gar nicht wie viele unleidlich werden weil wir sie einhalten :O
    Mich wundert nix mehr
    LG Heidi

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  4. Also ich trage mittlerweile meine Maske(n) gerne, ich bin allerdings auch schon wochenlang daran gewöhnt! Ich arbeite im Großraumbüro mit vielen nachlässigen (was den Abstand betrifft) jungen Leuten, und hab daher schon vor ca. 4 Wochen eine Rundmail geschrieben, dass man mich nun außerhalb meines eigenen Bürotisches nur noch mit Maske antreffen wird (mit 65 gehöre ich halt zur Risikogruppe und umgeben von lauter "Bruder Leichtfuß" war mir die Maske wie eine Art Ausrufezeichen, um diejenigen daran zu erinnern, mir wenigstens nicht nahe zu kommen) - jetzt habe ich den Faden verloren..
    Ja also was ich sagen wollte: ich trage sie schon lange, am Anfang total doofes Gefühl, mittlerweile sehe ich sie als modisches Accessoire und habe sogar schon selbst welche genäht, mittlerweile besitze ich um die 25 Stück...zwischen Totenkopf und rosa-mit-Püppchenfigur ist alles dabei ;-)
    Und die Handhabung: ja, ich wende auch die Kochtopfmethode an (wenn welche das nicht überstehen, weg damit, hab ja genug und kann auch wieder neue nähen) und rühre dabei fleißig mit dem Stiel eines Holzlöffels.
    Heute im Netto auch wieder einen gesehen mit Bügel unten und Maskenfalten nach oben stehend...und hätte ich für jeden mit dem "Unterm-Kinn-Modell" 5 Euro, wäre das schön!

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