Sonntag, 17. Mai 2020

Spaziergang Nr. 4 gegen den Lagerkoller

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Am 9. Mai waren wir wandern. Schatz hatte den Abend vorher unheimlich rumgemault, weil ihm Corona auf den Sack ging und er mal wieder richtig wandern wollte. Er hat also eine Tour geplant. Und wenn man dem Mann freie Hand lässt, wird es für mich immer tödlich! Denn Schatz wandert auch mal gerne 30 km und mehr. Er ist wie das rosa Häschen von Energizer...er läuft...und läuft...und läuft...
Seine Tour hatte gute 25 km und ich sag's gleich vorweg: Ich hab sie nicht geschafft. Wir hatten an dem Tag über 26 Grad in Freiburg, es war leicht schwül und die vom Mann ausgesuchte Tour verlief zu 80 % in der prallen Sonne und auch sehr viel über Asphalt - schön mit Hitze auch von unten. Gestartet sind wir mal wieder an der Haltestelle Reutebachgasse. Von da aus sind wir fix wieder daheim und normalerweise auch in ein paar Minuten oben im Wald - wo es uns aktuell zu voll ist.
Durch die Reutebachgasse ging es hinauf zum Zähringer Bahnhof und weiter über den Höheweg mit den tollen Wiesen und Weiden am Wegesrand - die alle in naher Zukunft zugebaut werden sollen :-/
Idylle mit Ablaufdatum - hier sollen bald Häuser gebaut werden :-(

Am Gundelfinger Hallenbad ging es vorbei und weiter über den Radweg Richtung Denzlingen. Asphalt pur, der einen vorbei führt an wunderschönen Streuobstwiesen. Von den vielen Tieren, die dort leben sollen, haben wir kein einziges zu Gesicht bekommen. Vielleicht war es denen auch zu heiß ;-)





Auf den Brennesseln am Wegesrand fanden wir unzählige Marienkäfer - Puppen und frisch geschlüpfte.



An einer Stelle in einer Kurve sah es aus, als hätte es geschneit. Aber da kein Schnee bei 26 Grad liegen bleibt war schnell klar: hier handelt es sich um angehäuften Pappelflaum :-)

Kurz vor Denzlingen - wir konnten schon den Kirchturm hinter den Obstbäumen aufragen sehen - mussten wir dann aber abbiegen, um Richtung Vörstetten zu kommen.
Auf der Brücke über den Bahngleisen hatten wir einen tollen Blick hinüber ins Elztal, wo die Ruine der Kastelburg über Waldkirch thront.


Zwischen Denzlingen und Vörstetten in den Feldern sahen wir dann so komische Knubbel an den Strommasten. Beim näher kommen sah es aus, als hätte sich dort "Treibgut" angesammelt. Aber wie das? Nester! Ob die wohl noch bewohnt sind? Gesehen haben wir erstmal nichts. Erst als wir unter dem Masten durch und wieder ein Stück weg waren, konnte man die Bewohner über den Nestrand blicken sehen. Störche!


Ich habe noch NIE ein Storchennest auf einer Überlandleitung gesehen. Auf Kirchtürmen, extra aufgebauten Halterungen und sonstigen Dächern. Aber noch nie - ohne Hilfsmittel - auf einem Strommasten. Das hat mich total fasziniert. Und ein Blick in die Umgebung verriet: Hier war ein ganzes Strom-Storchen-Dorf!
Weiter ging es durch die Sonne, zwischen kahlen Äckern vorbei. Im Hintergrund konnte man schon den Kaiserstuhl erkennen. So weit wollten wir aber nicht. Auf der staubigen Piste ließ die Kraft schnell nach. Pause an einem schattigen Plätzchen wäre jetzt super gewesen. Füße in einen kalten Bach stecken. Aber es gab weder einen Bach noch Schatten. Nichtmal eine Bank haben wir auf dem Weg entdeckt :-(

Die Schafe hatten sich auch schon alle in dem bisschen Schatten auf ihrer Weide zusammen gerottet. Nur wir wanderten weiter durch die pralle Sonne. Langsam wurden die Beine schwer.

Ein Blick zurück zu "unserem" Rosskopf. So weit weg! Wir sehen die Windräder auch vom Küchenfenster aus. Da sind sie deutlich näher. Ich hoffe, wir können bald wieder ohne Massenansturm dort hinauf wandern. Gute 2,5 Stunden brauchen wir bis zum Gipfel.

Wir erreichten den Vörstetter Baggersee. Baden ist dort allerdings verboten, denn er ist im Privatbesitz des Angelvereins. Das hielt die Leute aber nicht davon ab, sich an seinen Ufern in die Sonne zu legen. Nackt! Ich hab nichts gegen FKK. Nur selbst würde ich mich nie öffentlich nackt präsentieren. Und "Alt-Herrn-Genitalien" gezeigt zu bekommen, finde ich jetzt auch nicht sonderlich prickelnd :-D Schnell weg hier!
Ohne die ganzen Nackedeis war es dort aber echt schön. Richtig ruhig und idyllisch. Und feuerrote Libellen flogen da herum. Leider hat sich keine ablichten lassen.
Und dann ging es endlich mal in den Wald. Endlich etwas Schatten :-)

Lange hatten wir da aber nichts von, denn was Wäldchen war nur sehr klein. Ehe wir es uns versahen, waren wir schon wieder in der Sonne zwischen den Feldern.

Von dort konnte man bis zum Feldberg gucken. Und sogar die letzten Schneefelder dort oben erkennen - kühles weiß! Wie gerne wäre ich jetzt da gewesen...statt hier unten auf dem Teerweg zu schmelzen.

Und dann hat sich doch noch eine Libelle ablichten lassen. Zwar keine von den Feuerroten, aber eine gelb-schwarze. Sie hielt lange genug still, um ein schönes Bild zu machen.

Kurz vor Holzhausen führte uns der Weg knapp 800 m an der Landstraße entlang. Viel befahren ohne richtigen Seitenstreifen mit einer Kurve. Ich hab mich total unwohl gefühlt und war froh, als wir das Dorf endlich erreichten.
Ein Blick auf die Karte - noch 10 km bis nach Hause! Ich kann nicht mehr!! Ein kurzer Blick in die App zeigte, dass in nur 3 Minuten der SBG Bus kommen würde. Rücksprache mit Schatz. Er könnte ja die Tour alleine beenden. Ich nehme definitiv den Bus zurück. Ich kann nicht mehr. Aber alleine wollte er dann auch nicht so recht. Also fuhren wir zusammen zurück.
Im Bus war der Busfahrer coronabedingt ja immer noch mit Flatterband abgesperrt. Also konnten wir für Schatz keine Fahrkarte kaufen. In dem Kaff gab es weder Automaten noch Verkaufsstelle. Also, was tun? Die Zeit die es braucht, um das Mobilticket einzurichten hatten wir auch nicht. Also ist Schatz schwarz gefahren. An der nächsten Straßenbahnhaltestelle ist er allerdings raus aus dem Bus. Es wurde ihm wohl zu heikel. Und statt für die Straßenbahn eine Fahrkarte zu lösen, ist er von dort dann noch die etwas über 5 km bis nach Hause gelaufen. Ich bin schön mit dem Bus weiter zum Hauptbahnhof gefahren und dort in die Straßenbahn nach Hause gestiegen :-) Dort angekommen, kam ich kaum die Treppe rauf.

Insgesamt habe ich an diesem heißen Tag immerhin 14 km geschafft. Gebraucht haben wir dafür 3 Stunden. Pralle Sonne und Asphalt bei über 26 Grad ist absolut nicht meins :-D Aber alleine die Strom-Störche waren es wert.

3 Kommentare:

  1. Immerhin eine beachtliche Leistung. In praller Sonne laufen ist kein Spaß. Da schätze ich meinen Hut wirklich sehr. Damit geht´s einigermaßen . Aber nichts des do trotz hast Du schöne Bilder gemacht. Die gefallen mir wirklich sehr gut .
    LG heidi

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  2. Dein Schatzibär ist von einer erschreckenden Kondition – da hätte ich zu keinem Zeitpunkt meines Lebens mithalten können – meine Partner hatten (zum Glück für mich) andere „Ticks“  Ihr passt in der Beziehung prima zusammen, du mit deiner Wanderleidenschaft, auch wenn du seine Distanzen nicht bewältigst, die sind aber auch zu krass!
    Das zweite Foto zum Thema „Streuobstwiese“ hat Fototapetencharakter, einfach wunderbar!
    Storchennester auf den Überlandmasten – sowas hab ich auch noch nicht gesehen – und dann gleich 2 – gute Nachbarschaft. Dass euch sowas auffällt zeigt wieder, dass ihr nicht einfach nur Kilometer macht.
    FKK – da bin ich ganz deiner Meinung: mache es wer will, aber sehen will ich das nicht…puh. Ich hab es einziges Mal gemacht, warte mal, das war…mit 20 in Jugoslawien im Meer, eine stille Bucht, nur unsere Clique und ein echtes Aha-Erlebnis, man fühlt sich wirklich völlig anders…war toll, aber da war ich auch noch jung und knackig.
    Ob es derzeit überhaupt Fahrkartenkontrollen gibt? Ich kann deinen Schatz verstehen, mir wäre auch mulmig gewesen. Dann hatte er ja doch noch ne ordentliche Distanz gehabt.
    Ich mach immer so Riesenkommentare...ich hoffe, das nervt dich nicht...

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  3. Oh, wie bereits erwähnt
    14 km zu schaffen ist schon eine tolle Leistung.
    Ja das mit den Fahrkarten ist schon ein Dilemma. Bei uns in Pillekusen gibt es in den Bussen auch keine Fahrkarten zu kaufen. Und vor den Kontrolleuren ist man nie sicher. Seit dem die Maskenpflicht besteht wird auch wieder kontrolliert.
    Einen schönen Feiertag.
    L.G. Hannelore

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