Sonntag, 28. August 2016

Auf den Spuren der Freiburger Festung

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Heute bin ich nach dem Frühstück zu einem großen Spaziergang bzw. einer kleinen Wanderung aufgebrochen. Die Strecke sind wir im Frühjahr schonmal gegangen und so war es für Schatz kein Problem, mich allein ziehen zu lassen, da er ja nichts verpassen würde.

Die Schlossberg Erlebniskarte hatte ich im Frühjahr durch Zufall im Internet beim Surfen entdeckt. Auf ihr sind 2 Touren auf dem Freiburger Schlossberg beschrieben. Ich bin heute die etwas kleinere gelaufen (ca. 8 km waren es am Ende, für die ich etwas mehr als 2 Stunden gebraucht habe, inkl. kurzer Pause).

Auf dem Schlossberg errichteten die Herzöge von Zähringen im Jahr 1091 das Burghaldenschloss, das dem Berg seinen Namen gab. Es befand sich dort, wo heute die Ludwigshöhe am Kanonenplatz ist. Am Fuße des Schlossbergs entstand gleichzeitig die Siedlung, die einmal die Stadt Freiburg werden sollte. Ludwig XIV. von Frankreich eroberte Freiburg 1677 und beauftragte Sébastien de Vauban (nach ihm ist heute sogar ein Freiburger Stadtteil benannt!) mit dem Ausbau der Festungsanlagen, welche 1683 vollendet wurden. Und weil es im Laufe der Geschichte so kam, dass die Franzosen mehrfach ihre eigene Festung (in Freiburg) einnehmen mussten, hatten sie darauf natürlich irgendwann keine Lust mehr. Beim letzten Mal haben sie dann ihr eigenes Bauwerk "zu Klump gehauen". Vom Burghaldenschloss und den übrigen Anlagen blieben also nach der Zerstörung 1744/45 nur Ruinen. Vor 150 Jahren erschlossen die Stadtväter dann systematisch Spazierwege und Aussichtspunkte.

Der Startpunkt der Tour ist im Freiburger Stadtgarten. Dafür musste ich mit der Straßenbahn bis zur Haltestelle "Siegesdenkmal" fahren und dann weiter zum Karlsplatz und über den Karlssteg in den Stadtgarten laufen.
Karlssteg
Blick zum Münster vom Stadtgarten
Der Ganter im Stadtgarten
An der Talstation der Schlossbergbahn steht schon die erste von 9 Infotafeln zur Freiburger Festung.
Von dort geht es hinauf auf den Schlossberg, zum Restaurant Dattler. Man kann entweder zu Fuß hinauf steigen (was wir im Frühjahr gemacht haben) oder mit der Schlossbergbahn hinauf fahren (das ist ein Schrägaufzug, einfache Fahrt 3 EUR, Berg- u. Tal 5 EUR). Da wir aber heute um 9 Uhr schon 26 °C hatten, habe ich mir die Fahrt mit der Bahn gegönnt...und konnte so auch noch ein paar älteren Herrschaften (Touristen) auf Englisch ein bisschen mit dem Fahrkartenautomaten der Schlossbergbahn helfen und ihnen von dort den Weg zum Kanonenplatz erklären :-)

Oben angekommen folgte ich dem (zuerst) geteerten Weg nach links oben (direkt gegenüber der Bergstation). Da steht ganz am Anfang, auf der linken Seite, so eine Art "Sonnenschirm" mit eingebauten Bänken. Nach ca. 200 m konnte ich links unter mir, am Hang, das Redouten-Häusle aus dem 19. Jahrhundert sehen.
Redoutenhäusle
Der Rundweg ist leider nicht ausgeschildert und die Karte aus dem Internet nicht sehr detailliert. Aber man findet den Weg eigentlich recht gut. Man folgt dem Pfad einfach immer weiter bergauf, bis er sich gabelt und folgt dann dem mittleren Weg nach rechts.
Hier waren wohl mal Sitzbänke
Nach ein paar Schritten kommt man dann auch schon in den Kommandantengarten. Der Pfad war, im Gegensatz zum Frühjahrsbesuch, ziemlich mit Brennesseln zugewachsen.
Kommandantengarten
 
Blick auf Freiburg vom Kommandantengarten
Von dort bin ich dann den oberen Pfad zurück und weiter hinauf, wieder auf den etwas breiteren Hauptweg und rechts hinauf zum Oberen Schloss spaziert. Von dort hat man dann nochmal einen schönen Blick zurück und hinab zum Kommandantengarten.
Blick vom Oberen Schloss auf den Kommandantengarten und Freiburg
 
Vom Oberen Schloss bin ich dann links dem Weg mit den Beton-Pollern gefolgt. Dieser markiert den historischen Verlauf der äußeren Mauer der Festung
Der Weg entlang der alten Festungsmauer, rechts die Reste des Grabens
(man sieht auch rechts vom Weg noch den "Burggraben") und führte mich direkt zu einem etwas versteckten Aussichtspunkt.
Alter Grenzstein von 1824
Der Aussichtspunkt war die nordöstliche Bastion der Festung. Von da oben hat man eine schöne Sicht auf Stegen und das Dreisamtal, zum Feldberg und zum Hinterwaldkopf.
Blick auf Stegen und die Schwarzwaldberge
Die nächste "Station" ist dann das Holzkreuz, welches den Standpunkt der ehemaligen Festungskirche, der Peterskirche, markiert. Auch der Pfad zum Kreuz war mit Brennesseln und Brombeeren ziemlich zugewuchert, lies sich aber noch einigermaßen gehen.
Pfad zur Peterskirche
Ehem. Standort der Peterskirche
 
Von der Peterskirche kommt man nach einer Weile zum Fort Carré. Dort gab es dann wieder eine Infotafel.
Von unserem Besuch im Frühjahr wusste ich, dass es dort eine kleine Aussichtsplatform gibt. Sehen konnte man die aber heute fast gar nicht. Alles zugewaschsen. Den kleinen Trampelpfad hinauf konnte man nur erahnen, wenn man wusste, dass es ihn überhaupt gibt (siehe Foto unten)!
Hier war im Frühjahr noch ein Pfad!
Trotzdem habe ich den Weg hinauf gefunden - auch wenn ich mir dabei an den Brombeeren blutige Beine geholt habe.
Aussichtsplattform am Fort Carré
Fort Carré
Vom Fort Carré konnte ich schon die Kommunikation sehen, durch die es dann auch hindurch ging.
Kommunikation
 
Von der Kommunikation (mit weiterer Tafel) war es dann nur noch ein Katzensprung bis zum Schlossbergturm, der leider schon seit einer Weile gesperrt ist, da die stützenden Holzstämme vermodert waren. Trotzdem bin ich dort hin, um die nächste Infotafel zu lesen.
Als wir zuletzt im Frühjahr dort oben waren, haben wir uns erst gewundert, wieso der Turm so anders aussieht, bis uns aufgefallen war, dass die morschen Holzstämme außen herum, abgebaut waren. Die Aussicht vom Turm könnt ihr aber trotzdem sehen (das Bild im Blog Header!).
Über die lange Schlossbergtreppe (288 Stufen!) ging es hinab zum Burghaldenring.
Der (zur Zeit gesperrte) Schlossbergturm
Am Fuße der Treppe gab es dann die vorletzte Infotafel zu lesen.
 
Über den Burghaldenring ging es vor bis zum Kanonenplatz und ich hatte immer wieder schöne Blicke über die Stadt.
Blick auf Freiburg vom Burghaldenring
Vom Kanonenplatz hat man eine herrliche Sicht über die Freiburger Altstadt, das Münster bis hin zum Kaiserstuhl. Der Platz ist daher sehr beliebt bei Einheimischen wie Touristen. Heute war ich jedoch so früh dort oben, dass kaum was los war. Eine wirklich neue Erfahrung!
Kanonenplatz
Blick auf Freiburg vom Kanonenplatz
Ebenfalls neu für mich: Das Freiburger Münster ohne Gerüst um's Turmdach! Das wurde 2006 angebracht, ich zog 2007 nach Freiburg und vor gut 1 Woche, konnten sie es wieder abbauen :-) So hab ich das Münster wirklich noch nie gesehen!

Auch befindet sich die letzte Infotafel zur Freiburger Festung dort oben auf dem Kanonanplatz – auf der steht aber das gleiche, wie auf der ersten im Stadtgarten.

Vom Kanonenplatz ging es hinab zum Greiffeneggschlössle. Dort habe ich mir im Kastaniengarten (deren Biergarten) eine echt leckere Rhabarber-Limonade gegönnt - mit tollem Blick auf's Schwabentor. Natürlich zahlt man die herrliche Aussicht da oben gleich mit. Die kleine Flasche Limo hat satte 4 EUR gekostet.
Im Kastaniengarten
Schwabentor
Über den Steg am Schwabentor ging es dann hinab in die Freiburger Altstadt und durch's Schwabentor hindurch in die Salzstraße.
Schwabentor
Nach ein paar hundert Metern bin ich nach links abgebogen und über den Augustinerplatz hinab in die Fischerau gestiefelt - ich seh doch das Krokodil so gerne :-)
Krokodil in der Gerberau
Von dort ging es dann vor in die Kaiser-Joseph-Straße (KaJo) mit dem anderen erhaltenen Freiburger Stadttor, dem Martinstor.
Martinstor
Und auf dem Weg zurück, die KaJo runter, hab ich noch kurz am Rathaus halt gemacht.
Neues Rathaus
Wieder zurück in der KaJo ist mir dieses wunderschöne Bild gelungen!
Admiral auf der KaJo
Unter der Woche wäre solch ein Schnappschuss dort echt unmöglich. Die KaJo ist nämlich Freiburg's Haupt-Einkaufsstraße und von Montag bis Samstag total übervölkert. Da hätte der kleine Schmetterling gar keinen Platz zum landen! Oder würde gleich zertreten, der Ärmste. Am Ende der KaJo ist dann wieder die Haltestelle "Siegesdenkmal", wo ich meine Runde beendet habe und mit der Bahn wieder heim fuhr.

An der Haustür dann auch nochmal eine "tierische" Überraschung ;-)
Grashüpfer an der Haustür
Ich war um kurz nach 12 Uhr wieder zurück. Da hatte es sich draußen schon wieder ordentlich aufgeheizt. Den Nachmittag habe ich jetzt in der relativ kühlen Wohnung verbracht. Heute ist es allerdings um einiges windiger als gestern, da lässt sich die Hitze etwas besser ertragen.

Auf dem Schlossberg bin ich eigentlich total gerne. Er liegt mitten in der Stadt, aber es kommt einem so vor, als wäre man weit weg im Wald. Nur an den speziellen Ecken, wie Burghaldering oder Kanonenplatz, merkt man an schönen Tagen die Nähe zur Stadt. Denn dort tummelt sich dann ein Haufen Menschen. Weiter weg, z. B. beim ehem. Oberen Schloss, ist es da schon leerer. Heute morgen war kaum ein Mensch unterwegs. Sogar die vollen Ecken des Schlossbergs waren noch sehr leer. In den hinteren Teilen hatte ich die Wege und den Wald ganz für mich alleine. Es war so ruhig! Nur die Kirchenglocken von rundrum waren zu hören. Das war echt toll!

8 Kommentare:

  1. Oh, da kommen Erinnerungen auf an unseren Besuch mit den Mädels in Freiburg: das Krokodil, die Aussicht oben vom Berg,die Gans(oder war`s ein Ganter?) unten im Park...Danke, Nicky!!!

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    1. Ja, schön war's. Und bald dann wieder in Frankfurt :-) und es war ein Ganter, der 1944 angeblich die Leute vor den Fliegerbomben warnte ;-)

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  2. oh wie schöööön! Und wieso war mir bisher nicht klar, dass du in Freiburg wohnst??? Freiburg find ich wunderbar, schon als Kind damals bei unseren Schwarzwaldurlauben, dann war ich mal mit Exmann2 und Sohn3 plus Kindergartenfreundin ein paar Tage dort, herrlich, und welchen Spaß die Kinder an den "Bächle" hatten, und dann nochmal vor ein paar Jahren, als ich zur Mutter-Kind-Kur im Schwarzwald war - super Stadt! Und dein schöner Bericht hat sie mir wieder nahe gebracht.
    Noch ein Angebot, nicky, wegen der vermaledeiten Captcha-Roboter-Dings-Abfrage: soll ich dir mal beschreiben, wie du einfach auf Kommentarmoderation umstellen kannst? Dann ist für uns das Kommentieren sehr viel einfacher, und die Kommentare werden nur gezeigt, wenn du sie intern freischaltest, also auch ein guter Schutz gegen Spam oder doofe Bemerkungen

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    1. Wie ich das umstellen kann, hab ich schon gefunden. Ich hatte nur keine Lust, immer jeden Kommentar freizugeben. Aber bei dir wird er ja auch sofort veröffentlicht, ohne dass ich vorher diesen Test machen muss. Wie hast du das denn eingestellt?! Danke für die Hilfe schon mal :-D Und ja, ich wohne auch gerne in Freiburg (auch wenn's sau teuer ist!). Dabei wollte ich ursprünglich immer in den Norden ;-)

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  3. das klappt derzeit nicht mehr! Ganz von selbst hat sich auch bei mir die bilderauswahl eingeschaltet, und lässt sich partout nicht mehr ausstellen, darum habe ich nach einigen Verzweiflungsanfällen jetzt auf Kommentarmoderation umgestellt, ich gehe ja sowieso jeden Tag in meinen blog wegen meiner täglichen Beiträge, also macht es bei mir nix

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    1. Aber ich musste bei dir noch nie ein Bild anklicken und meine Kommentare wurden sofort veröffentlicht. Erst gestern noch. Alles irgendwie komisch...

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  4. WOW, bei dem heißen Wetter bist du so weit gelaufen... RESPEKT :)
    Aber wie immer sehr schöne Bilder!! LG

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    1. 8 km ist für mich nicht weit. Ein mittelgroßer Spaziergang ;-) Und morgens ging es noch einigermaßen mit der Hitze. Als es richtig heiß wurde, war ich schon wieder Zuhause :-)

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